Die Maßlosigkeit der Erzählform, die Kompliziertheit jeder Kamerabewegung, die Manieriertheit der inszenierten Bewegungen (John Travolta, der tränenüberströmt Nancy Allen entgegenläuft, die sich in tödlicher Gefahr befindet, sieht man zu bombastischer Musik in Zeitlupe – weswegen er auch zu spät kommt) – dies alles; um dümmliche Helden zu zeigen, schlecht gespielt von schlechten Schauspielern (John Travolta) und nicht viel besser von besseren (Nancy Allen). "Blow Out" von Brian de Palma handelt von etwas anderem als dem, was er erzählt. In seinen schönsten Momenten (es sind die, die auf den ersten Blick ganz mißlungen aussehen) geht es darum, wie Bilder und Tone zusammenpassen; Und daß man sich, wenn sie nicht zusammenpassen, entscheiden muß.

"Is was, Doc?" von Peter Bogdanovich war der schamlose Diebstahl einer der schönsten Komödien, die es gibt: "Bringing up Baby" von Howard Hawks. Viele andere Filme von Bogdanovich haben vieles andere aus vielen anderen Filmen gestohlen; manche haben ihn deshalb mit Hawks verglichen. Bogdanovichs schönster Film, "Saint Jack", das war etwas Eigenes. Vor allen Dingen aber war "Saint Jack": Ben Gazzara. Dieser Schauspieler, dessen Grinsen ganze Geschichten erzählt, dessen Gang so viele Dialoge überflüssig macht, spielt in "They All Laughed" von Peter Bogdanovich einen Detektiv, der die Ehefrau eines griechischen Millionärs beschatten muß. Daraus entwickelt sich eine Geschichte: wenn die Ehefrau von Audrey Hepburn gespielt wird. Am Ende sitzt sie wieder in dem Hubschrauber, in dem sie angekommen war, begleitet von ihrem Mann, ihrem Sohn; draußen steht Ben Gazzara und sieht ihr nach, wenn sie aus seinem Blick verschwindet.

Leider hat Bogdanovich in anderen Passagen des Films schon wieder versucht, Hawks zu imitieren. Warum das nie gutgehen konnte, kann man an den Originalen überprüfen.

Norbert Jochum