Der VW-Konzern hat mit seiner Tochtergesellschaft Triumph-Adler immer neue Schwierigkeiten. Was einst hoffnungsvoll als Beginn einer großen Investition in den Computermarkt gefeiert wurde, erweist sich jetzt als teure Fehlkalkulation, die inzwischen nicht nur Geld, sondern auch noch Image kosten kann.

Denn jetzt richtet sich die Kritik nicht nur gegen das teure Engagement des Automobilkonzerns, jetzt werden auch die geplanten Sanierungsmaßnahmen von allen Seiten angegriffen. Nicht nur, daß in Frankfurt – zwar wenig sachlich, aber um so emotionsgeladener – sogar von den Kanzeln um den Erhalt der Arbeitsplätze der traditionsreichen Adlerwerke gekämpft wird; auch der Betriebsrat spart nicht mit bösen Worten.

Der Vorstand will am 8. Oktober dem Aufsichtsrat eine völlige Schließung des Werkes in Frankfurt vorschlagen; Basis für diesen Plan ist eine detaillierte Aufstellung von sieben „Alternativen“. Nur wenn Frankfurt geschlossen wird, so ergibt sich daraus, könnten die Verluste nachhaltig abgebaut werden. Fast achtzig Millionen Mark an Fixkosten würden eingespart – und über dreitausend Arbeitsplätze verschwinden.

Franz Stein, Betriebsratsvorsitzender in Frankfurt, hält diese Zahlen jedoch für „über den Daumen gepeilt“. Wichtige Parameter, so etwa die höheren Mietkosten in den Nürnberger Produktionsstätten von Triumph-Adler, seien gar nicht berücksichtigt.

Stein hält es ohnehin nicht für Sache des Betriebsrates, neue Schließungspläne vorzulegen. Bei anderer Produktionsplanung sind seiner Meinung nach Massenentlassungen nicht nötig, wenn der VW-Konzern Arbeit von Wolfsburg nach Frankfurt verlagert. Denn die Muttergesellschaft hat angeboten, für zweitausend Triumph-Adler-Werker in der VW-Stadt Beschäftigung zu finden. Warum aber, so argumentiert Stein, „sollen die Arbeiter zur Arbeit gehen, warum kommt nicht die Arbeit zu den Arbeitern“?

*

Nachdenken, Muße und Reise, das sind die Tätigkeiten, denen sich Rudolf August Oetker künftig zuwenden will. Der Chef und Alleininhaber des Familienunternehmens mit rund drei Milliarden Mark Jahresumsatz zieht sich „unauffällig und behutsam“ aus der Firmenspitze zurück. In seine Fußstapfen soll – ebenso unauffällig und behutsam – Sohn August Oetker treten.