Von Willy Hochkeppel

God is dead

Nietzsche Nietzsche is dead

God

American Graffiti

Nietzsche dachte, schrieb, litt für die Wenigen, die Allerwenigsten und am Ende wohl nur für sich selber. „Wer auf eigenen Wegen geht, begegnet Niemandem – das war nicht bloß aus dem Ressentiment geboren. „Niemals zu den Massen“ wollte er reden, nur den „ausgesuchtesten Ohren“ sich mitteilen. (Im Schatten des Wahnsinns erst phantasierte er von Millionenauflagen seiner Bücher.)

Wer von Floskeln wie „wir Erkennenden“, „wir freien Geister“ sich ins Vertrauen gezogen fühlt, wer beglückt mit dem Kopf nickt, wenn gefragt wird: „hat man mich verstanden?“, zählt wahrscheinlich schon zu den Vielzuvielen. Denn natürlich fürchtete Nietzsche, mehr das Verstandenwerden als das Mißverstandenwerden. Der „erste tragische Philosoph“ jenseits des Pessimismus, der Halkyoniker mit den – vorgeblich – „leichten Füßen“, der nach der beißendsten Mittagshelle dürstende Dionysiker hielt sich schließlich für zu boshaft, um an sich selbst zu glauben.