Eine amerikanische Studie gibt Aufschluß über die sowjetischen Energiereserven. Fast: Moskau kann schon bald zu einem der potentesten Ölexporteure der Welt werden.

Vor nicht allzu langer Zeit gab der amerikanische Geheimdienst zu bedenken, ob der Westen sich nicht mehr schade als nutze, wenn er den Sowjets bei der Erschließung ihrer knapper werdenden Öl- und Erdgasreserven helfe. DIA – (Defence Intelligence Agency), der militärische Abschirmdienst der USA, hat dem Kongreß im Juli ein anderes Bild von den Perspektiven der sowjetischen Energiewirtschaft vorgelegt.

Im Gegensatz zu fast allen Wirtschaftsbereichen – die Rüstungsindustrie ausgenommen – seien die Aussichten der sowjetischen Energiewirtschaft äußerst günstig, meint DIA. Gestützt auf die größten Vorkommen der Welt, werde die Sowjetunion die Erdgaserzeugung kontinuierlich um sieben Prozent bis neun Prozent steigern, und der Erdgasexport werde sich um bis zu 15 Prozent jährlich erhöhen.

Auch die Erdölförderung, die 1981 schätzungsweise bei 12 Millionen Faß liegen dürfte, könnte spätestens in den 90er Jahren kräftig gesteigert werden. Daß sie in aller voraussehbarer Zukunft einer der potentesten ölexporteure der Welt sein kann, steht deshalb für DIA außer Frage.

Ulrich Schiller (Washington)