Kein Lügendetektor

Auch mit der Einwilligung des Betroffenen dürfen Polizei und Justiz in strafrechtlichen Ermittlungsverfahren keinen „Lügendetektor“ einsetzen. Dies hat das Bundesverfassungsgericht auf die Beschwerde eines wegen Mordes Angeklagten entschieden, der sich mit Hilfe des Detektors vernehmen lassen wollte, um seine Unschuld zu beweisen. Eine derartige Durchleuchtung, meinten die Verfassungsrichter, lasse den Untersuchten „zum bloßen Anhängsel eines Apparates“ werden und verletze sein Persönlichkeitsrecht. Im übrigen liege die Treffsicherheit der Methode nur bei 90 Prozent, so daß damit weder ein sicherer Schuldbeweis noch ein Unschuldsbeweis erbracht werden könne.

Rauschgeld-Mangel

Der blühendste Wirtschaftszweig Kolumbiens – der Anbau und die illegale Ausfuhr von Marihuana und Kokain – hat in den vergangenen Monaten einen schweren Rückschlag erlitten, dank der amerikanischen „Operation Greenback“. Ihr gelang es zwar nicht, die Einfuhr der Narkotika zu unterbinden, dafür konnte sie aber über 20 Millionen Dollar beschlagnahmen, die nach Kolumbien zurückfließen sollten. Die Folge: Weil die Händler dort den Bauern keine Vorschüsse zahlen können, nimmt vor allem der Anbau und das Einsammeln von Coca ab. Ein „Schnüffelhund“ gab in Miami Alarm; in der deswegen untersuchten Kiste befand sich kein Rauschgift, sondern Geld, rund 3,5 Millionen Dollar in großen Scheinen, auf denen sich die Spuren von Kokain niedergeschlagen hatten.

Feuer und Wasser

In einem Interview mit einer in Hongkong erscheinenden Tageszeitung schloß der chinesische Parteivize Deng Hsiao-ping nicht aus, daß die Kommunistische Partei in einem „nationalen Notfall“ gemeinsame Sache mit ihrem ärgsten Feind, der Kuomintang in Taiwan, machen würde. Schon zweimal in der chinesischen Geschichte, so Deng, hätten die beiden Widersacher sich die Macht zum Wohle des Volkes geteilt. „Die Nationalisten und die Kommunisten könnten auch ein drittes Mal zusammenarbeiten, ja, sogar gemeinsam führen.“ Das ungewöhnliche „Angebot“ ist nur eines in einer ganzen Serie von Offerten der Volksrepublik gegenüber Taiwan in diesem Sommer. Die beiden Kontrahenten sind sich bislang freilich nur in zwei Punkten einig: Tibet gehört zu China, und China ist unteilbar.

Journalisten-Ausbildung

In Hamburg und München können sich zukünftige Journalisten wieder um Ausbildungsplätze bewerben. Der 3. Lehrgang der Hamburger Journalistenschule, eines gemeinsamen Unternehmens des ZEIT-Verlages und des Verlages Gruner + Jahr (Stern, Brigitte u. a.), beginnt im April 1982. Zwanzig Volontäre werden 18 Monate lang im Wechsel von Seminaren und insgesamt vier Praktika bei Tageszeitungen und Redaktionen der beteiligten Verlage zum Redakteur ausgebildet. Die Deutsche Journalistenschule in München beginnt im Herbst 1982 ihre 21. Lehrredaktion. Neben dieser 15monatigen ganztägigen Ausbildung bietet die Deutsche Journalistenschule auch eine Kombination ihrer Ausbildung mit dem Diplomstudiengang Journalistik an der Universität München an. Interessenten können sich in Hamburg bis zum 3. Oktober 1981, in München bis zum 10. Dezember 1981 formlos bewerben. Die Hamburger Journalistenschule steht allen Angehörigen der Geburtsjahrgänge „1952 bis 1960 offen; Bewerber in München sollen nicht älter als 28 Jahre sein und das Abitur gemacht haben. Die Anschriften: Hamburger Journalistenschule Gruner + Jahr/DIE ZEIT GmbH, Postfach 30 20 40, 2000 Hamburg 36; Deutsche Journalistenschule, Postfach 224, 8000 München 33.