Die DDR hat Polen zum ersten Mal die Einstellung der Wirtschaftsbeziehungen angedroht. „Neues Deutschland“ begründete das so:

In der Volksrepublik Polen gebärden sich in der Organisation „Solidarność“ vereinte Kräfte, die dem Sozialismus in Polen an die Gurgel wollen, immer dreister und herausfordernder! Sie streben nach der politischen Macht. Dabei kommt es bezeichnenderweise nicht selten zum Zusammenspiel und zu Sympathiekundgebungen zwischen Vertretern von „Solidarność“ und gewissen Leuten aus der BRD.

Eine schöne Allianz die in Polen die Uhren zurückdrehen wollen und jene, die die heutige Landkarte Europas nach dem Nazimuster von 1939 verändern wollen. Es fällt einem schwer, sich vorzustellen, wie ein polnischer Bürger, dem die territoriale Integrität seines Staates am Herzen liegt, blind sein kann für die Hinterhältigkeit solcher „Partner“ in der BRD...

Wir haben, seit Polen in diese schwierige Lage gekommen ist, immer wieder politisch-moralische und materielle Hilfe geleistet...

Unsere Solidarität, unsere Hilfe für Polen in der gegenwärtigen Situation verbindet sich bei den Bürgern der DDR mit der Überlegung, wann denn die Partei- und Staatsführung der Volksrepublik Polen das Heft wieder fest in der Hand halten werde, um im Interesse des Sozialismus eine Wende zum Guten herbeizuführen. Das ist verständlich. Wenn die Bürger der DDR immer und immer wieder von Streiks in Polen, die „Solidarność“ anzettelt, vom Absinken der Produktion hören, so stellt sich mancher die Frage, ob die Hilfe für unser Nachbarvolk nicht in ein Faß ohne Baden fällt.

Wir in der DDR haben, was wir schufen, durch harte Arbeit erreicht. Verbrauchen kann man nur, was nun erarbeitet hat. Kein Volk kann ohne Arbeit leben, wie seine Gesellschaft und Wirtschaft auch immer gestaltet sein mag. Das ist nicht antipolnisch, sondern einfach logisch gedacht...