Ein Börsenspruch sagt: „Felten geht selten.“ Gemeint ist, daß die Aktien der Felten & Guilleaume Carlswerk AG, Köln, nur schwer handelbar sind. Künftig gilt der Spruch nun nicht mehr. Felten wird nämlich umfirmiert in Philips Kommunikations-Industrie AG. Sicherlich kein griffiger Name, aber in der Sache zutreffend.

Obwohl diese Gesellschaft im Rahmen der deutschen Philips-Aktivitäten eine bedeutende Rolle spielen soll und von ihr ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet wird, verzichtet Philips darauf, die 30 Prozent freien Aktionäre der alten Felten & Guilleaume AG abzufinden. Der Name Philips erscheint auf dem deutschen Börsenkurszettel künftig zweifach. Einmal als holländische Philips N. V., zum anderen als deutsche Philips Kommunikations-Industrie AG.

Der Grund: Philips möchte sich künftig stärker als deutsches Unternehmen präsentieren und geht dabei einen Weg, den vorher schon die ITT-Tochter Standard Elektrik Lorenz (SEL) beschritten hat, als sie einen Lorenz Teil ihrer Aktien zum Börsenhandel zuließ. Dies sicherlich, nicht, um Zugang zum deutschen Kapitalmarkt, zu finden. Der ist bei internationalen Gesellschaften nicht unbedingt notwendig. Aber eine „deutsche“ Gesellschaft mit heimischen Aktionären kommt vermutlich leichter an Staatsaufträge heran als ein ausländischer Multi, selbst wenn er Besseres zu bieten haben mag als die inländische Konkurrenz. Auch den Behörden wird die Auf-Konkurrenz. auf diese Weise leichter gemacht. K. W.