Man muß die ölgesellsdiaften jetzt nicht loben, nur weil sie höchst widerwillig an einigen Tankstellen die Benzinpreise um einen, höchstens zwei Pfennig senken. Es ist alles andere als purer Altruismus, der die Multis veranlaßt, Benzin und Super billiger zu verkaufen. Nicht der arme Autofahrer dauert sie, der kaum noch das Geld für seinen Sonntagsausflug zusammenbekommt. Und es sind auch nicht der gesunkene Dollarkurs und die nachgebenden Rohölpreise, die es den Ölgesellschaften jetzt nahelegen, den ihnen so unversehens zugefallenen Kostenrückgang mit Gönnergeste ans autofahrende Volk weiterzureichen.

Nichts hätten die Ölgesellschaften lieber getan, als bei sinkenden Kosten die Preise oben zu halten und zu verdienen. Denn Gewinn macht derzeit keine von ihnen im deutschen Ölgeschäft Für den Preisrückgang sorgten ganz einfach zwei Gründe: die Sparsamkeit der Autofahrer und die mit jeder Preiserhöhung wachsende Konkurrenzfähigkeit der freien Tankstellen.

Nüchtern sollte man allerdings auch nach der nächsten Erhöhung der Benzinpreise über Ursachen und Motive urteilen. Die Ölgesellschaften wollen möglichst hohe Gewinne erzielen und nicht die Menschheit mit niedrigen Preisen beglücken. chr