Atom-Geld

Fünfundzwanzig Millionen Dollar Schadenersatz müssen die Betreiber des Kernkraftwerkes Three Mile Island den 20 000 Betroffenen des Reaktorunfalls vom 28. März in Harrisburg/Pennsylvania zahlen. Die Summe reicht gerade aus, um den wirtschaftlichen Schaden und die Kosten der medizinischen Vorsorge-Untersuchungen zu begleichen. Fünf Millionen Dollar werden in einen öffentlichen Fonds eingezahlt, mit dem künftig Strahlenmessungen in der Umgebung des Reaktors und Krebstests finanziert werden sollen. Für die Bevölkerung sind die Millionen eine zweifelhafte Zuwendung, da sich mögliche Gesundheitsschäden mitunter nach Jahrzehnten oder sogar erst in den nachfolgenden Generationen herausstellen. Genau beziffern läßt sich der Verlust, den Geschäftsleute und Firmen erlitten haben: Er liegt bei zwanzig Millionen Dollar.

Provinz-Kämpfe

In Sinkiang, der dünnbesiedelten Riesenprovinz im Nordwesten Chinas, fordern die Uighuren, eine muslimische Glaubensgemeinschaft, mehr religiöse Freiheit, mehr politische Selbstbestimmung und finanzielle Unabhängigkeit. Die Uighuren sind eine religiöse Minderheit, aber in Sinkiang bekennen sich zu ihr etwa sechs Millionen Menschen, die Hälfte der Bewohner. Sie sind überdies unzufrieden mit ihrer Parteiführung: Die meisten Genossen sind zwar Uighuren, die wichtigsten Posten jedoch von Chinesen besetzt. Bei Auseinandersetzungen zwischen Uighuren und Chinesen soll im April dieses Jahres ein Uighure getötet worden sein. Die Regierung in Peking nimmt die Unruhen sehr ernst: Letzten Monat reiste Parteivize Deng Xiaoping in die strategisch wichtige Provinz, die an die Sowjetunion, Indien, die Mongolei und Afghanistan angrenzt.

Platz-Verweis

Zwei englische Feministinnen verloren die erste Runde im Kampf gegen El Vino, eine kleine Weinbar in Londons Fleet Street. Seit siebenunddreißig Jahren besagt eine Hausregel im El Vino, daß weibliche Gäste nur am Tisch bedient werden, Das Gericht fand diese Regelung jetzt ganz in Ordnung. Denn, so Richter Ranking: „Eigentlich ist es doch sogar eine Bevorzugung, wenn die Damen immer einen Platz angeboten bekommen.“ Das fanden Mrs. Gill und Miß Coote ganz und gar nicht. Sie fühlten sich durch diese Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit diskriminiert und klagten gegen das Lokal Notfalls wollen die beiden ihren Fall bis vors House of Lords tragen, in der Hoffnung, daß die hohen Lords für das Gleichberechtigungsempfinden der Ladies mehr Verständnis zeigen, als „so ein mickriges Landgericht“.

Kriegsdienst-Verweigerung