Der französische Franc ist in arger Bedrängnis. Da helfen keine amtlichen Dementis und keine demonstrative Zuversicht. Auch die jüngste Verschärfung der Devisenvorschriften und die Erhöhung der Zinsen haben am Problem nichts geändert. Schon wird gemunkelt, die zur Kursstützung einsetzbaren Reserven der Bank von Frankreich seien bedenklich geschrumpft. Paris wird über kurz oder lang um eine Abwertung seiner Währung nicht herumkommen.

Weniger die Spekulation macht den Franc weich als die Politik der neuen Regierung. Ihre Ausgabenfreudigkeit und die Abkehr von der gewohnten Haushaltsdisziplin geben der ohnehin schon hohen Teuerung nur neuen Auftrieb. Vor allem das Inflationsgefälle zur Bundesrepublik, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner, wächst von Monat zu Monat. Kontrollen und bürokratische Verordnungen können nicht das Vertrauen herbeizaubern, das allein dem Franc hilft.

So wird die Abwertung lediglich von einer Woche zur anderen verschoben. Zudem versucht die Regierung das Unvermeidliche als Neuordnung der Wechselkurse im Europäischen Währungssystem zu kaschieren. Doch daß dabei nur eine Franc-Abwertung herauskommen kann, das hat mittlerweile auch der letzte Franzose verstanden. Paris wäre deshalb gut beraten, den schmerzlichen Schritt so schnell wie möglich hinter sich zu bringen.

smi