Wie wird man einem Land von Kontinentgröße gerecht, wenn man es abbilden will? Hans-Ulrich Cornberg, ein 33 Jahre alter Arzt, hat die Aufgabe, einen Bildband über die USA zusammenzustellen, wahrhaft detailliert gelöst. Er spürte den Kleinigkeiten nach, die diesem Land gemeinsam sind und für es sprechen: leere Schaukelstühle auf einer Holzhausveranda, Plakatmaler vor überdimensionalen Reklametafeln, ein farbiger Teenager im Übermenschkostüm der Footballspieler. Und er hat Bildseiten zusammengestellt, die ohne Unterschriften auskommen, die im Gegeneinander der Bilder und Gesichter erzählen. Die Aussagekraft der Photos drückt auf den Text; dessen Autor, der Journalist Heinz Kiesbauer, kann sich von den Bildern zu wenig lösen; er versucht, wörtlich mit ihnen mitzuhalten. Losgelöst vom Rhythmus der Seiten und vom Zwang der Beschreibung wäre ihm gewiß ein adäquaterer Text gelungen. Der Bildband „USA – Impressionen aus einem Traumland erschien im LN-Verlag Lübeck, 1981, hat bei einer bemerkenswert „ehrlichen“ Paginierung knapp 130 Seiten mit durchgängig farbigen Bildern und kostet 64 Mark.

K. V.