British Airways muß nach Jahren wachsender Touristenzahlen auf ihren Flügen ab Deutschland erstmals einen Rückgang melden. Im Berlin- und im Großbritannienverkehr waren Einbußen zu verzeichnen, ein leichter Zuwachs bei der Ferntouristik konnte das nicht ausgleichen.

Der Ferntouristik gilt im laufenden Geschäftsjahr ein besonderes Interesse bei der britischen Luftlinie, die in Deutschland rund 930 Mitarbeiter beschäftigt. Der Zuwachs auf den Fernrouten wurde vor allem mit Flügen in die Karibik und dank einer neuen Kanada-Verbindung (Edmonton und Vancouver) erreicht. In beiden Fällen half die Konkurrenz: Die Air Canada hatte ihre Sitzkapazität verringert, Condor seine Sommerflüge nach Barbados gestrichen und die Lufthansa ihre Bahamasflüge eingestellt.

Lufthansa und British Airways machen sich auf dem deutschen Markt heftige Konkurrenz, vor allem, weil die Briten damit werben, daß ihr Knotenflughafen London von den deutschen Nebenflughäfen ebenso gut erreichbar sei wie Lufthansas Frankfurt.

Die Lufthansa nutzt dabei natürlich ihren „Heimvorteil“ aus: Sie bietet preiswerte „Punkt-zu-Punkt’-Tarife an. Das heißt, der Flugschein gilt nur zwischen zwei Flughäfen und erlaubt kein Aussteigen unterwegs.

Ein Beispiel: Die Regierungen von Deutschland und Südafrika vereinbaren einen gemeinsamen Flugtarif, der nur auf der Strecke Frankfurt-Johannesburg und auf Flugzeugen der Lufthansa und der South African Airways gilt. Er ist günstiger als jene Tarife, die international für diese Route ausgehandelt wurden, für alle Linien gültig sind und für den Passagier beliebige Zwischenstopps erlauben.

Aus der Johannesburg-Strecke wird zum 1. November ein Punktzu-Punkt-Tarif, den nur noch SAA und Lufthansa anbieten können.

British Airways will nun im Bonner Verkehrsministerium derartige Punkt-zu-Punkt-Tarife für einige jener Feriengebiete beantragen, die zwar von Flugzeugen mit dem Union Jack am Heck angeflogen werden, nicht aber von Maschinen mit dem Lufthansa-Kranich. Ein besonderes Schwergewicht legt die deutsche Dependance dabei auf karibische Urlaubsinseln – für Antigua, Barbados, St. Lucia und Port of Spain, dem Zugang zu Tobago, wurden bereits die Anträge in Bonn eingereicht, auch die Atlantikinsel Bermuda steht auf der Wunschliste der Briten.

Klaus Viedebantt