Von Dietrich Strothmann

Zwei Bücher sind zu besichtigen, zwei Denkmäler: Ezer Weizman über sich und seine Bemühungen um den Frieden der Israelis mit den Ägyptern, Mosche Dajan über sich und dasselbe. Ein edler Wettstreit zweier "Giganten" unter den israelischen Politikern? Eine spannende, aufregende und erregende Rivalität zweier "Baumeister" eines historisch bedeutsamen Friedenspaktes?

Ezer Weizman: "Eine Schlacht für den Frieden"; Kindler Verlag, München 1981, 436 S., 39,80 DM und

und

Mosche Dajan: "Die Mission meines Lebens"; Bertelsmann Verlag, München 1981, 452 S., 39,80 DM

schrieben zur gleichen Zeit zum selben Thema. Das fordert geradezu zum kritischen Vergleich heraus: Wie sieht der eine den anderen, wie beurteilen beide zum selben Zeitpunkt zur selben Gelegenheit ihre Verhandlungspartner, Mitstreiter – Sadat also und Carter und, natürlich, Menachem Begin, den israelischen Ministerpräsidenten? Und weiter: Wie gelingt es ihnen, ihr eigenes Licht nicht unter den Scheffel zu stellen oder das Licht des anderen nicht über Gebühr strahlen zu lassen?

Weizman, der damit kokettiert, daß ihm nachgesagt wird, seine Zunge sei so flink wie die Jagdflugzeuge, die er flog, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Natürlich hatte er immer den besten Draht zu Sadat; natürlich sagte er seinem Ministerpräsidenten wie seinen Ministerkollegen, die störrisch und bockig waren, gehörig seine Meinung. Weizman scheut sich keineswegs, dick aufzutragen. Ihn umarmte und küßte Sadat, er legte sich mit Begin oder Ariel Scharon an. Weizman erwartet, daß vor ihm der Hut gezogen wird: toller Kerl! Wenn der nicht gewesen wäre, vor Camp David, in Camp David, nach Camp David – der Friede zwischen Jerusalem und Kairo, wer weiß, stünde noch heute hoch in den Sternen ...