Der russischen also.

Die orthodoxe Kirche auf der Festungsinsel Suomenlinna im Hafen wurde in einen unschönen Funktionalistentempel umgebaut, in dessen Turm man ein Leuchtfeuer für Seefahrer plazierte. Obwohl die alte Kirche so schmuck war, daß der kommandierende Admiral der alliierten Flotte, die Suomenlinna im sogenannten Ständischen Krieg bombardierte, Befehl gab, die Kirche vom Artilleriefeuer zu verschonen.

Das hätte, so sollte man meinen, den Bewohnern von Helsinki ja nun Hinweis genug sein müssen, was Ausländer gern sehen wollen. Statt dessen aber pflückten sie den zaristischen Doppeladler vom Obelisk auf dem Kauppatori, dem Marktplatz, ab, sobald das Land befreit war. Heute breitet er seine Schwingen Frieder an seinem gewohnten Platz aus – ein seltsames Bindeglied in den freundschaftlichen Beziehungen zum Sowjetstaat, der das Kaiserreich stürzte.

Die Isvoshiker, die Pferdedroschken, eliminierte man mittels rigoroser Bestimmungen, obwohl sie keine ausschließlich russische Erscheinung darstellen, wie beispielsweise Rom und Wien beweisen. In diesem Jahr hat eine Kutsche wieder eine Fahrgenehmigung erhalten, mit einigem Glück kann man sein Gespann im Verkehr auf dem Touristenkorso der Stadt entdecken. Diese Neuerung könnte daher rühren, daß die Pferdedroschken aus dem Stadtbild von Leningrad und Moskau verschwunden sind.

Unser Verhältnis nach Osten ist immer noch vielschichtig und sogar für uns selber schwer zu begreifen.

Trotz hartnäckiger Versuche ist es nicht gelungen, die Teppichwäscher von den Stränden der Stadt zu vertreiben, obwohl sie – wie man meinte – das Stadtbild verunzierten. Noch immer schrubben sie auf Holzstegen am Brunnsparkstrand ihre Flickenteppiche im Seewasser. Die verschmähten Wäscher sind so außergewöhnlich wie der Ort ihres Fleißes. Auch er macht Helsinki einzigartig unter den Hauptstädten Europas, ja vielleicht der ganzen Welt.

Helsinki hat ein weites Stück offenen Meereshorizonts vorzuzeigen.