Von Heinz Michaels

Die rund 1500 deutschen Mitarbeiter der Part American World Airways (PanAm) sollen jetzt mithelfen, die Suppe auszulöffeln, die ihnen der amerikanische Volkswirtschaftsprofessor Alfred Kahn und das Management des Unternehmens eingebrockt haben. Sie sollen auf zehn Prozent ihres Gehalts verzichten.

In einem Brief an die Mitarbeiter, der an die Privatadressen ging, um auch den Familien den Ernst der Lage vor Augen zu führen, hat die deutsche Geschäftsleitung die Belegschaft gebeten, freiwillig auf das 13. Gehalt, das Urlaubsgeld 1982 und auf eine Gehaltserhöhung für das nächste Jahr zu verzichten.

Mit dieser Aktion sollen die deutschen Mitarbeiter dazu beitragen, die ins Trudeln gekommene Fluggesellschaft zu sanieren, die täglich 1.3 Millionen Dollar Verlust einfliegt.

Die Zahlen, mit denen PanAm in die Verlustzone abrutschte, lesen, sich dramatisch und erreichen schon fast Chrysler-Format: 1980 waren es 142,1 Millionen Dollar, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 217,6 Millionen Dollar. Die Schuldenlast beträgt inzwischen 1,4 Milliarden Dollar (3,15 Milliarden Mark).

Schon 1979 hatte PanAm in der Bilanz nur deshalb noch einen kleinen Gewinn ausweisen können, weil das Unternehmen sein berühmtes Verwaltungshochhaus in der New Yorker Park Avenue für 400 Millionen Dollar verkaufte. Ahnungsvoll kommentierte das Fachblatt Fremdenverkehrswirtschaft: „In die Zukunft gesehen gilt für Pan American, daß sie nur ein Hauptverwaltungsgebäude zu verkaufen hatte, aber neue Bilanzen Jahr für Jahr folgen.“

Ist PanAm noch zu retten? Für Piloten ist es nicht so einfach, ein ins Trudeln geratenes Flugzeug wieder abzufangen. Wird es dem neuen PanAm-Präsidenten, dem deutschstämmigen C. Edward Acker, gelingen, die Gesellschaft wieder in eine sichere Fluglage zu manövrieren?