Für „einen schweren politischen Fehler“ und „eine Mißachtung des Parlaments“ hält der Berliner Ex-Bürgermeister Hans-Jochen Vogel die Räumung von acht besetzten Häusern durch die Polizei. Vogel ist gewiß kein Demagoge, aber hier hat er sich verbal übernommen. Auch das Unglück des jugendlichen Demonstranten, der unter die Räder eines Busses geriet und dabei ums Leben kam, gibt dem SPD-Politiker nicht recht.

Der Senat ist maßvoll vorgegangen. Für alle acht von insgesamt noch 157 besetzten Häusern war das Modernisierungsvorhaben der Eigentümer geprüft und genehmigt worden; die Arbeiten sollen sofort beginnen. Allen Besetzern waren Ersatzquartiere angeboten und eine angemessene Frist zum Auszug gesetzt worden. Doch sie betrachteten die okkupierten Wohnungen längst als ihr Eigentum (Sprechchor an den Innensenator: „Lummer raus aus unserem Haus!“).

Die Umstände, unter denen der Jugendliche starb, sollten rasch und restlos geklärt werden. Sicher ist, daß er eine Maske trug und daß der Bus durch einen Steinhagel gefahren war, just bevor der Unfall geschah. Wer sich in das Zentrum gewaltsamer Auseinandersetzungen begibt, muß wissen, daß ihm dort – jedenfalls nach Lage der Dinge in Berlin seit Jahresbeginn – Lebensgefahr droht. Dies festzustellen, meint nicht, daß Tote in Kauf zu nehmen sind. Aber wir können auch nicht die Rechtsordnung opfern, damit Gewalttäter Ruhe geben. H. Sch.