Hanns Grössel: „Auf der richtigen Seite stehen – Über Louis-Ferdinand Céline.“ Céline (1894–1961) stellt seine Leser vor ein irritierendes Dilemma: Zumindest seine Vorkriegsromane, „Reise ans Ende der Nacht“ und „Tod auf Kredit“, haben nicht nur der französischen Literaturprosa, sie haben dem europäischen Roman innovatorische Impulse gegeben. Andererseits stammen aus derselben Feder – demselben Kopf – einige der gemeinsten antisemitischen Pamphlete dieses Jahrhunderts, allen voran „Bagatelles pour un massacre“ aus dem Jahre 1937. Diese Irritation greift Grössel in seiner Studie auf: er spürt den Wurzeln von Célines Antisemitismus nach, der auch eine tiefenpsychologische Dimension hat, rekonstruiert dazu die Jahre im dänischen Exil (1945–1951), die den entscheidenden Bruch in Célines Leben und Schreiben darstellen, und zeigt die wehleidige Rechtfertigungstaktik auf, die Céline schon in Dänemark als Strategie für sein literarisches Comeback vorbereitet hat Ohne den Romancier Céline zu verkleinern oder den Antisemiten Céline zu rechtfertigen, versucht Grössel, beide als ein und dieselbe Person zu erfassen und übergreifende Denk- und Vorstellungsmuster bei ihm herauszuarbeiten. (Qumran Verlag, Frankfurt, 1981; 61 S., 14,– DM.)

Günter Haaf: „Rettet die Natur“. Zwei Jahrzehnte nach Rachel Carsons Warnung vor dem „stummen Frühling“ ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen: Wie steht es um die natürliche Umwelt? „Rettet die Natur“ geht von unserem „Grundbedarf an Umwelt“ aus und berichtet über alle wesentlichen menschlichen Aktivitäten, die diese Grundlagen gefährden: ein Buch aus menschlicher Sicht, das die Gegebenheiten kritisch, aber nicht einseitig behandelt. Denn wir alle sind durch unser Leben, durch unsere Ansprüche an die Umwelt „Ursachen“, die „Wirkungen“ auf die natürliche Umwelt haben. Und wir – alle – können etwas beitragen, um vielleicht doch eine dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung mit Hilfe (und dank) der Erhaltung lebendiger Naturgüter zu verwirklichen. Ökologie wird in diesem reichhaltig bebilderten Band nicht als Heilslehre, sondern als Haushaltslehre der Natur vorgestellt, die uns Wege zeigen kann, die Maxime von „Rettet die Natur“ zu verwirklichen: „Denke global handle lokal.“ (Günter Haaf: „Rettet die Natur“. Praesentverlag Heinz Peter, Gütersloh, 1981; 336 Seiten im Großformat mit 380 meist farbigen Abbildungen 56,–DM.)