Schmerzensgeld

Welche Entschädigung sollen die 32 Amerikaner bekommen, die Von persischen Studenten in der Teheraner US-Botschaft 444 Tage lang als Geiseln festgehalten worden waren? Einige Anwälte fordern bis zu 1000 Dollar für jeden Tag, den ihre Mandanten in der besetzten Botschaft verbringen müßten. Nach Auffassung einer Beamten-Kommission im Weißen Haus darf die Entschädigung jedoch nicht viel höher sein als jene fünf Dollar „Tagesgeld“, die den ehemaligen Kriegsgefangenen in Vietnam für ihre Haft gezahlt worden waren.

Diplomatischer Smalltalk

„Auf wen warten wir eigentlich noch?“, fragte Leonid Breschnjew, der sowjetische Staatschef, die umstehenden Presseleute beim Empfang für Michael Foot, dem Vorsitzenden der britischen Labour-Partei. Aber da trat der englische Gast auch schon durch die Flügeltüren des Saales. „Tee oder Kaffee?“ fragte ein höflicher Dolmetscher nach der Begrüßung. Der Engländer bat um Kaffee. Höflich bemerkte er sodann in die Stille: „Gestern abend haben wir auch bereits ihren vorzüglichen Wodka gekostet.“ Darauf Breschnjew, mit den englischen Höflichkeitsformeln nicht so vertraut: „Ja, gut ist er schon, aber dies dürfte wohl kaum der rechte Ort sein, einen zu trinken!“

Relatives Protokoll

Da hat doch der protokollführende Beamte im Kanzleramt, der bei den Haushaltsgesprächen im Kabinett dabei war, vergessen, das Wichtigste einzutragen: die Protokollnotiz nämlich, die Heribert Wehner verlangt hatte. Danach will die SPD zu gegebener Zeit auf ihren Vorschlag zurückkommen, ein Beschäftigungsprogramm zu beschließen. Die Protokollnotiz der FDP dagegen, die eine Kürzung des Arbeitslosengeldes in Betracht zieht, ist nicht vergessen worden. Übrigens hat auch Kanzleramtsstaatssekretär Lahnstein ganz übersehen, daß da etwas Wichtiges fehlte, als er das Protokoll unterschrieb. Oder sollte es für ihn gar nicht so wichtig gewesen sein?

Behördenwein