Die Autoindustrie nutzt die Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt, um Zuversicht zu demonstrieren. Noch aber klaffen Wunsch und Wirklichkeit recht weit auseinander.

Vor der Automobilausstellung in Frankfurt muß es wohl eine geheime Absprache gegeben haben: Keiner der Automanager redet noch von den Japanern – und jeder gibt sich optimistisch für die Zukunft der Branche.

Alle Lamentos aus dem vorigen Jahr, als der Vormarsch der Autos aus vorigen auch auf den deutschen Markt manchen Vorstand an den Segnungen der Marktwirtschaft und des freien Welthandels irre werden ließ, scheinen vergessen zu sein; alles Gerede über eine drohende Krise für die Autoindustrie ist verstummt. Dabei hat sich eigentlich nur wenig geändert: Dabei ner, seit 1980 größte Autonation der Welt, mußten zwar inzwischen auch hier und dort Rückschläge einstecken, können aber unverändert jeden zehnten deutschen Autokäufer für ihre Produkte gewinnen. Benzin ist teuer wie fast nie zuvor, auch wenn zur Autoausstellung die Preise zum erstenmal seit Monaten etwas gesenkt worden sind.

Dagegen läßt sich der Export deutscher Autos gut an. Begünstigt durch einen starken Dollar wurden Produkte Made in Germany konkurrenzfähiger. Besser auch scheint die Stimmung der inländischen Autoverkäufer zu werden: Die Aufträge jedenfalls kommen in den werden: Monaten zügiger in die Bücher.

Das reicht den Automanagern, um das Ende des Abschwungs zu proklamieren. Sie zeigen damit, daß sie die Lektion der vergangenen Jahre gelernt haben. Denn Krisenfurcht in den Vorstandsetagen war in der Vergangenheit eine schlechte Voraussetzung für erfolgreiche Verkaufsbemühungen. Wer nach Staatshilfe ruft, durfte sich nicht wundern, daß seine Produkte von den Kunden mit Mißtrauen auf ihre Konkurs renzfähigkeit überprüft wurden.

Der eine oder andere Vorstand hält zwar auch jetzt noch Bonner Schutz gegen die Japaner für unvermeidlich – er fordert ihn aber nicht mehr öffentlich. Manch einem Automanager wird zwar nach wie vor angst und bange, wenn er an weiter steigende Benzinpreise denkt er läßt sich aber nichts anmerken,

Gerade der teurere Sprit muß als Argument für die Zukunftschancen der Branche verhalten: Denn wenn der Kraftstoff immer mehr kostet, dann lohnt sich der Wechsel zu einem sparsameren Modell. Und Autos, die sorgsamer mit dem wertvollen Ölprodukt umgehen, werden jetzt mehr und mehr angeboten.