Es gibt aber noch eine andere Version für Piepers Gang zur Ruhr: Er habe, so munkelt man im Revier, Ambitionen auf den Vorstandsvorsitz beim Volkswagenwerk. Dafür werde ihn Bonn jedoch – wenn überhaupt – bei Salzgitter erst dann freigeben, wenn die Zukunft des Stahlbereichs geregelt ist.

Der Wechsel von Managern an der Spitze eines Unternehmens kann die Aktionäre binnen Stunden ätmer oder reicher machen. Als an 1. September C. Edward Acker neuer Chef der amerikanischen Luftfahrtgesellschaft Pan American World Airways geworden wir, stieg der Aktienkurs des Unternehmens innerhalb von drei Tagen um zwanzig Prozent; die Aktien der von Acker vorher geführten Air Florida verloren dreizehn Prozent. Verkäufer von Pan Am-Aktien profitierten mit 1,6 Millionen Dollar; Verkäufer von Air Florida-Aktien büßten 1,3 Millionen Dollar ein. In Wallstreet heißt Acker seither der "2,9-Millionen-Dollar-Mann".

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Ebenso engagiert, wie natur-Herausgeber Horst Stern sich für eine bessere Umwelt einsetzt, kämpft er auch für Sauberkeit im Anzeigengeschäft: "Eine Stuttgarter Tierarzneimittelfirma hatte sich", wie Stern seinen Lesern im Oktober-Heft erzählt, "2500 natur-Hefte gekauft, jeweils eine achtseitige Werbebeilage zum Thema Kälberaufzucht eingeklebt und an Tierärzte verschickt." Ein Münchner Gericht stoppte diese Werbeunart per einstweiliger Verfügung.

Das Anzeigengeschäft bringt für das kritische Umweltmagazin bislang ohnehin das "Zubrot". Die Monatszeitschrift soll sich eindeutig über das Abonnement verkaufen. Von der jetzt verkauften Auflage von 140 000 Exemplaren gehen 90 000 Hefte an Abonnenten. Der Ringier-Verlag, der das Heft seit Mai in Deutschland verlegt, war beim Anzeigengeschäft bislang nur auf Sonderetats angewiesen.

Das wird im kommenden Jahr wohl etwas anders werden. Denn inzwischen liegen den Werbeleuten auch Daten über die natur-Leserschaft vor: Fünfzig Prozent der Abonnenten haben Abitur, einen Hochschulabschluß oder Universitätsabschluß. In der Gesamtbevölkerung über 14 Jahren ist diese Gruppe nur mit neun Prozent vertreten. 19 Prozent der natur-Bezieher verfügen über ein Haushaltseinkommen von 4000 Mark und mehr monatlich (Bevölkerung: 14 Prozent), und die leitenden Angestellten sind bei natur mit zwanzig Prozent vertreten gegen nur fünf Prozent in der Bevölkerung. Gunhild Freese