DIE ZEIT

Mord in Kairo

Turmhoch steht Ägypten, das auf 7000 Jahre Geschichte und eine der großen Kulturen dieser Welt zurückblickt, über allen anderen arabischen Staaten.

Der Friedensmarsch stiftet Unfrieden

Die sozialdemokratische Partei hält viel aus, aber wenn Helmut Schmidt und Willy Brandt, der Kanzler und der Parteivorsitzende, getrennte Wege gehen, ist es mit der Handlungs- und Regierungsfähigkeit der Partei zu Ende.

Demonstrationen und Demokratie

Seien wir ehrlich: In der gereizten Reaktion des amtlichen Bonn auf den Friedensmarsch vom 10. Oktober verrät sich auch ein Stück Belagerungsmentalität.

Worte der Woche

"Die Friedenssehnsucht vieler junger Menschen, übrigens nicht nur junger, auch Dreiundsechzigjähriger, ist echt Aber sie allein genügt nicht, sondern Friedenspolitik ist notwendig, damit die Sehnsucht zur Wirklichkeit wird.

Reaktion in Israel:: "Ermordet von Feinden des Friedens"

Seit dem Attentat auf Präsident John F. Kennedy vor 18 Jahren herrschte keine solche Aufregung, und seit dem Tode von David Ben Gurion kam keine solche Trauer über Israel wie nach den Meldungen, daß der ehemalige Feind und jetzige Freund Anwar el-Sadat einem Attentat zum Opfer gefallen war.

Zeitspiegel

In den vergangenen Jahren entstanden zwölf teure Hauptquartiere für Unter-Organisationen der Vereinten Nationen, von denen sieben am Ende 20 Prozent mehr kosteten als veranschlagt.

Abschied von der Kraftmeierei

Das strategische Rüstungsprogramm Präsident Reagans muß die Nuklear-Theologen sämtlicher Schulen enttäuschen. Für amerikanische Falken ist das neue Programm ein fauler Kompromiß, der weit hinter den Versprechungen des Wahlkämpfers und Wahlsiegers Reagan zurückbleibt; für westliche Tauben – in Amerika und anderswo – und für sowjetische Propagandisten ist es eine gefährliche neue Drehung an der Rüstungsspirale.

Albanien nach den blutigen Unruhen im Kosovo: "Unsere Kanonen muß Europa hören"

Marx, Engels, Lenin und Stalin schauen auf eine bunte Gesellschaft herab. Unterhalb ihrer riesigen Konterfeis drangen sich Hirten in der Nationaltracht aus weißem Loden, alte Frauen mit schwarzen Kopftüchern, Mütter mit ersten Falt-Kinderkarren aus Segeltuch, junge Leute in züchtigen "Xhins" (Jeans) albanischer Produktion, Soldaten in Uniformen nach chinesischem Schnittmuster, ohne Rangabzeichen.

Gibraltar: Endlose Blockade?

Wann immer der britische Außenminister und sein spanischer Kollege einander begegnen, wie gerade unlängst bei den Vereinten Nationen in New York, vermutet der Gibraltar Chronicle: Sie werden über uns sprechen.

Parteitag der Grünen: Sonnenblume statt Bundesadler

Noch zehn Minuten nach dem offiziellen Beginn waren zwei Mann bemüht, das grüne Tuch mit der offiziellen Losung: "Ökologie heißt Frieden – Für ein atomfreies Europa" an dem schwarzen Vorhang der Bühne in der Offenbacher Stadthalle zu befestigen.

Nordirland: Zynische Bilanz des Hungerstreiks

Nach 216 Tagen und zehn Toten wurde der Hungerstreik der Häftlinge im Belfaster Maze-Gefängnis abgebrochen. Die IRA hat ihr vordergründiges Ziel – Anerkennung als politische Gefangene – zwar nicht erreicht, aber zumindest an Prestige gewonnen.

"Vorwürfe ohne jede Grundlage"

ZEIT: Herr Vetter, gegen Sie laufen zwei Parteiverfahren des FDP-Landesverbandes wegen Parteischädigung. Einmal wird Ihnen vorgeworfen, daß Sie mit vier anderen FDP-Abgeordneten dem Weizsäcker-Senat Stimmen leihen.

Vandalen und Wanderer

Ob sie es im Hinblick darauf, daß bei der Bonner Friedensdemonstration "mit Ausschreitungen zu rechnen" sei, für richtig halte, "die Begehung von Straftaten" durch die Beförderung der Demonstranten mit Sonderzügen zu ermöglichen – das hat der CSU-Abgeordnete Dionys Jobst von der Regierung in der Fragestunde des Bundestages erfahren wollen.

Walesa: "Nur keinen Zigarettenkrieg"

Wissen Sie zufällig, welchen Krieg wir gewonnen haben?" fragte sarkastisch ein polnischer Ökonom in einem der unzähligen Gespräche, die am Rande des Gewerkschaftskongresses in Danzig geführt wurden.

Der aufhaltsame Aufstand

Auf dem Hamburger Rathausmarkt hatten sich am 16. April 120 000 Demonstranten versammelt; am 1. Mai wälzte sich eine kilometerlange Kolonne durch Mannheims Straßen in Richtung Marktplatz.

Marsch auf Bonn

Der Rausch der großen Zahl ist über die Friedensbewegung gekommen. Anfangs mochten die Veranstalter der Bonner Kundgebung noch bangen, ob sie am 10.

Vergangenheitsbewältigung: Kauz oder Mahner?

Das friesische Jever hat gut 12000 Einwohner, eine renommierte Bierbrauerei, ein traditionsreiches Gymnasium und eine Tageszeitung – das Jeversche Wochenblatt.

Berufsverbote: Die Mühlen mahlen weiter

Von Siegerpose war keine Spur. "Sehr glücklich bin ich nicht über das Urteil", meinte der Nürnberger Junglehrer Hans Heinrich Häberlein mit leiser Stimme, als er am letzten Donnerstag auf dem kahlen Flur des Münchner Verwaltungsgerichtshofs stand.

Lohn oder Rente?

Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit und im Grunde seines Herzens eine fränkische Frohnatur, ist pessimistisch.

Preise zum Abgewöhnen

Seit dem 1. Oktober bekommt es der Raucher schriftlich. Alle Zigarettenpackungen enthalten seit diesem Tag den Aufdruck "Der Bundesgesundheitsminister: Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit".

Gewerkschaften: Links – rechts

Auf dem letzten Treffen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) warf Frister seinen Kollegen zornig und Knall auf Fall seinen Job als GEW-Vorsitzender vor die Füße, verschwand und ward auf dem Gewerkschaftstag nicht mehr gesehen.

AEG-Telef unken: Ungeliebt

Die meisten der 24 Kreditinstitute, die dem AEG-Konsortium angehören, sehen dem 23. Oktober mit gemischten Gefühlen entgegen.

Bonner Kulisse

Mit 55 in Rente: Dieser Vorschlag, des FDP-Bundesvorstandes, über den der "Kleine Parteitag" der Liberalen demnächst entscheiden wird, verspricht herrliche Zeiten nur auf den ersten Blick.

Währungsfonds: Ziel erkannt

Der Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds, der Franzose Jacques de Larosière, war auf der Jahrestagung seiner Organisation in diesem Jahr kaum wiederzuerkennen.

Europäisches Währungssystem: Der lange Sonntag von Brüssel

Um sechs Uhr am vergangenen Sonntag hatte es Bundesfinanzminister Matthöfer plötzlich eilig. Wann für die Nachrichtensendungen des deutschen Fernsehens die letzte Aufnahmemöglichkeit sei, wollte er von den Journalisten wissen, die seit acht Stunden, am Konferenzort des Ministerrats der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel ausgeharrt hatten.

Kohleveredlung: Tropfen aus dem schwarzen Stein

Noch hat die Bundesregierung ihre Politik des "Vorrangs für die deutsche Kohle" nicht widerrufen. In seiner Regierungserklärung hatte Helmut Schmidt der bisherigen Haltung gegenüber dem einzigen in der Bundesrepublik in größerem Umfang vorhandenen Energieträger auch noch ein kräftiges Eigenlob gezollt: "Die Richtigkeit unserer Kohlepolitik über die letzten Jahre ist heute offenkundig.

Schweizer Unternehmer-Initiativen: Mehr als nur verkaufen

Daß die Schweizer hart arbeiten und scharf rechnen können, weiß jeder. Daß die Eidgenossen das Geld nicht verachten und ausländisches auf Nummernkonten selbst dann treu hüten und gegen fremde Neugier tapfer verteidigen, wenn seine Herkunft etwas im Dunkeln liegt, ist ebenfalls bekannt.

Urheberrecht: Copy-Shops im Boom

Die Dame an der Kasse hat gut lachen. Auf die Frage, ob das Geschäft mit dem Kopieren in den letzten Jahren zugenommen habe, meint sie verschmitzt: "Bei uns bestimmt.

Weiterbau gefährdet

Stavenhagen: Ich begrüße die Bereitschaft der Elektrizitätsunternehmen, sich mit einem höheren Kostenanteil an dem Projekt zu beteiligen, denn andernfalls wäre es unweigerlich zu einem Baustopp gekommen.

Zeitraffer

Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, hatte wieder einmal Hiobsbotschaften zu vermelden: 1,256 Millionen oder 5,4 Prozent der abhängig Erwerbstätigen waren Ende September in der Bundesrepublik als arbeitslos gemeldet – seit 1952 wurden nicht mehr so viel Arbeitslose im ersten Herbstmonat gezählt.

Manager und Märkte

Bundeskanzler Helmut Schmidt und der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Reimut Jochimsen haben einen anstrengenden Tag vor sich.

Stahlindustrie: Das Kartell kneift

Was von der Bundesregierung noch vor wenigen Wochen gerügt wurde, darf nun mit Bonner Segen geschehen: Die Stahlindustrie verschiebt ihre Preiserhöhungen.

Arbeitnehmergesellschaften: Kinder der Not

Der Vorarbeiter Wilhelm Dickel fühlt sich nicht mehr ausschließlich als Arbeitnehmer. Schließlich tragen er und seine Kollegen mit ihren Spargroschen dazu bei, daß ihr Betrieb, der Möbelhersteller Stark in Bad Berleburg, wieder auf stabilen Beinen steht.

Kursbarometer: Vor einer neuen Phase

Mit 677,8 lag der Commerzbank-Index am 30. September geringfügig unter seinem Stand vom vergangenen Jahresschluß (683,6). Das läßt oberflächlich betrachtet auf ein langweiliges Börsenjahr schließen.

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