Löcher in die Kassen der bundesdeutschen Privathaushalte sie sen auch im September wieder die Energiepreise. So war Heizöl um über vierzig Prozent teurer als vor einem Jahr, und die Benzinpreise kletterten – trotz zur Zeit sinkender Tendenz – noch immer um 27 Prozent. Auch für Fleisch, Wurst und Fisch mußte tiefer in die Taschen gegriffen werden, während Obst, Gemüse und Kaffee um bis zu zehn Prozent billiger als im Vorjahr zu haben waren.

Für einen Vier-Personen-Arbeitnehmer-Haushalt mit mittlerem Einkommen verteuerte sich der Warenkorb um exakt die 6,5 Prozent, die das Statistische Bundesamt auch als durchschnittliche Inflationsrate errechnete. Haushalte mit höherem Einkommen mußten ihr Budget um 6,7 Prozent aufstocken, um den Lebensstandard vom Vorjahr zu halten, Rentner und Sozialempfänger dagegen nur um sechs Prozent.

Sorgen bereitet die hohe Inflationsrate der Gemeinschaft zum Schutz der deutschen Sparer. Zwar sieht ihr Vorsitzender Bernhard Schramm bereits jetzt eine "Tendenzwende" zu niedrigeren Preissteigerungsraten voraus, er möchte sie aber durch ein für Arbeitnehmer wohl schmerzliches Rezept abgesichert wissen. Er schlägt eine einjährige Lohnerhöhungspause vor.

Eher grau und ohne den oft zitierten Silberstreif ist das Stimmungsbild, das Otto Wolff von Amerongen von der deutschen Wirtschaft für 1982 zeichnet. Verantwortlich für die Unsicherheit, die er unter Unternehmern ausmacht, ist seiner Meinung nach die Bundesregierung, deren Haushaltskonzept er "bruchstückhaft" nennt und das wenig Freiraum für Investitionen lasse. Auch vom Ostgeschäft erwartet der DIHT-Präsident keine "plötzlichen und großen Impulse". Ebenso kann er sich den Abfall der Zinsen nicht so bedeutend vorstellen, daß daraus eine Konjunkturanregung werde.

Weit über dem bisherigen Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Pleiten im August. Mit 950 beantragten Konkurs- und eröffneten Vergleichsverfahren wurde der entsprechende Vorjahresmonat um 29,8 Prozent übertroffen. Von Januar bis August dieses Jahres wurden 7361 Insolvenzen registriert, das waren 24 Prozent mehr als in der gleichen Zeit 1980. Besonders dramatisch entwickelten sich im August die Unternehmenszusammenbrüche im Baugewerbe mit einer Steigerungsrate von 72,7 Prozent. Ho.