Wirtschaft

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DIE ZEIT

Terror von rechts

Brecht hat recht behalten: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Nach dem Terror der linken Extremisten macht jetzt der Terror rechter Gewalttäter schockierende Schlagzeilen.

Keine Wende

Die Kunst des Regierens hat, selbst nach Ansicht Wohlwollender, in Bonn derzeit nur eine zugige und brüchige Heimstatt. Doch nun scheint sogar die Kunst des Zurücktretens am Rhein in Vergessenheit geraten zu sein.

Geteilte Ehr

Heilung durch Teilung: Gibt es heute irgendwo ein Problem, dann eilen die Helfer mit dem Messer herbei. Die Sache wird halbiert – und schon ist alles wieder ganz.

Die Axt im Walde...

Der Wald stirbt. Das Hüttendorf haben sie dem Erdboden gleichgemacht, seine Bewohner davongetragen. Weinende Menschen, blutige Köpfe, klirrende Schaufenster – und das alles, damit im Lande Hessen Recht geschehe, wie es die Mehrheit beschlossen hat.

"Europa – Geisel Amerikas?"

Hinter der Kremlmauer erhellt das frisch gefallene Herbstlaub den düsteren Novembertag. Scharf setzen sich die dunklen Silbertannen und die schwarzen Bogenlampen vom Schönbrunner Gelb der einstigen Zarenresidenz ab.

Brutale Behandlung, nützliche Erkenntnisse

Das byzantinische Ritual des Moskauer Protokolls verhüllte selbst für Uneingeweihte, nur notdürftig, daß die Sowjets an einem Oppositionsführer aus Bonn dieser Tage nur mäßiges Interesse haben.

Zeitspiegel

Resignation, beteuern Eingeweihte fast ungefragt, wandele Hans-Jürgen Wischnewski nicht an, wenn er auf eine Wiederwahl in das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden verzichtet.

Wolf gang Ebert: Das Boot zum Film

Basis: Sagen Sie denen, was Sie wollen. Sagen sie unsertwegen, daß die Mannschaft mal die schönen schwedischen Mädchen durch den Schnorchel aus der Nähe bewundern wollte.

Auszüge aus der EKD-Denkschrift

Die dringendste Frage an die Politiker ist heute, ob der Stand der Rüstung und der Waffenentwicklung nicht einem Punkt zustrebt, an dem die Waffentechnik von sich aus das Scheitern der Politik im Spannungsfeld der großen Machtblöcke wahrscheinlich macht.

Vereinte Nationen: Poker um den höchsten Posten

Der österreichische Präsidentschaftskandidat von 1971, Kurt Waldheim (ÖVP), hatte seinerzeit das Rennen um das höchste Amt der Alpenrepublik knapp verloren: Da wurde er im selben Jahr – mit elf gegen eine Stimme – vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York zum neuen Generalsekretär gekürt.

Die kleinen Unterschiede zwischen 1946, 1949 und 1978

Ihm sei "angesonnen worden, heute morgen eine Blut-Schweißund-Tränen-Rede zu halten". Er habe das aber nicht für richtig gehalten, erklärte Helmut Schmidt in der Etat-Debatte des Parlaments, weil es dafür keinen Grund gebe.

Rechtsextremisten: Waffenlager ausgehoben

Bis zum Dienstag bat die Polizei in einem Waldstück bei Öchtringen (Kreis Uelzen) aus 33 Depots rund 90 Kisten mit Waffen, Munition, Sprengstoff und Gift geborgen – das größte je entdeckte Waffenlager von Rechtsextremisten.

Nicaragua: Letzte Phase?

Robelo war von mehreren christdemokratischen Parteien Europas zu Vorträgen und Gesprächen eingeladen worden, was der regierenden Drei-Mann-Junta bekannt war.

Ahnengräber als Lockmittel

Die Leimrute ist ausgelegt, der goldene Vogel braucht nur noch daraufzufliegen: Die Ahnengräber der Familie Tschiang in Xikou in der chinesischen Küstenprovinz Zhejiang sind fein herausgeputzt worden.

Anmerkungen des Autors

1. Der "Widersinn" entstammt dem "Weltentwicklungsbericht 1981" der Weltbank. Mißt man reale Kaufkraft, dann steigt das Pro-Kopf-Einkommen im Süden von 790 auf 1700 Dollar; im Norden fällt es von 10 660 auf 8 960 Dollar.

Nervenkrieg im Friedensmeer

Im letzten Jahre des Ersten Weltkrieges fuhr ein deutsches U-Boot in die Themse-Mündung hinein; kurz vor London drehte es ab, noch so eben von den Engländern geortet.

Der Fahd-Plan: "Ein Bündel von Prinzipien"

Präsident Ronald Reagan steht inzwischen dem Friedensplan des saudischen Kronprinzen Fahd positiv gegenüber. Einige Vorschläge dieses Konzeptes, so Reagan, könnten durchaus in einem amerikanischen Entwurf zur Fortsetzung des Camp-David-Prozesses aufgenommen werden.

Hinweise

Gisela Graichen/Nanou Ellerbrock (Hrsg.): "... mir reicht’s! Gespräche mit Aussteigern." Eine 32jährige Boutiquenbesitzerin verläßt "die" entsetzliche Stadt Berlin", zieht aufs Land und lebt dort drei Jahre allein in einem nordfriesischen Bauernhaus.

Weichensteller: Import aus Bonn

Gemessen an seinem Vorgänger wirkt der neue Vorsitzende wie die Verkörperung rheinlandpfälzischer Bodenständigkeit. Und in der Tat ist Hugo Brandt, der seit dem vergangenen Wochenende als Nachfolger des zum ErstenBürgermeister von Hamburg avancierten Klaus von Dohnanyi die Mainzer SPD führt, Rheinhesse.

Altersschwache Linden

Wer den berühmten Schwetzinger Schloßgarten noch einmal so sehen möchte, wie man ihn seit Jahrzehnten kennt, der muß sich beeilen.

Vierhundert Mark für ein Bett

Uhlenhorst ist eine feine Adresse. Die Mieten für die schönen Villen und begehrten Altbauwohnungen können nur die besserverdienenden Hamburger bezahlen.

Vor einem harten Winter

Helmut Schmidt fiel aus der Rolle. Es sei nicht auszuschließen, so unkte der gerade gewesene Kanzler vor der Fraktion der Sozialdemokraten im Bundestag, daß wirtschaftlich "weltweit der schwierigste Winter seit Kriegsende" bevorstehe.

Otto-Versand: Problemsucher

Der Otto Versand Hamburg hat in seinem Geschäftsjahr 1980/81 (28. 2.) das bisher beste Gewinnergebnis seiner Geschichte erzielt.

Büromaschinen: Wettlauf gegen den Erfolg

Kaum ist die erste tragbare elektronische Schreibmaschine der Welt auf dem Markt, da hat auch schon die internationale Konkurrenz um dieses neue Geschäft einen wilden Wettlauf begonnen.

Lohnrunde ’82: Solidarisch sein

Die Auspizien sind alles andere als günstig: Beängstigend hohe Arbeitslosenzahlen, mageres Wachstum und ein Preisauftrieb, den viele weit höher ansetzen als es die fünf Wirtschafts Institute In ihrer Prognose für 1982 (4,5 Prozent) taten, belasten die bevorstehende Tarifrunde.

Rentenreform: Lieber ungerecht...

Schon seit geraumer Zeit tut die Bundesregierung unter der Federführung des Bundesfinanzministers Alles nur Erdenkliche, um die Finanzen der Rentenversicherung so knapp wie nur möglich zu halten – so knapp, daß die verantwortlichen Manager der Rentenversicherung erst jüngst wieder darüber klagten, daß sie Mühe hätten, in den nächsten Jahren ihren allmonatlichen Riesenaufwand mit Anstand zu bestreiten.

Großbritannien: Per Ultimatum

Die Briten tragen Arbeitskämpfe gern bis an den Rand des Abgrunds, finden aber dann doch einen Weg, um den Absturz zu vermeiden.

Staatsverschuldung: Fünf Stufen

Erste Stufe: Das Staatsdefizit kann voll aus. der inländischen Ersparnis finanziert werden. Zweite Stufe: Die inländischen Ersparnisse reichen nicht mehr aus, doch ist noch eine vollständige Finanzierung über den inländischen Kapitalmarkt möglich, da Ausländer freiwillig Titel in der Landeswährung kaufen.

Hoesch/Hoogovens: Scheidung ohne Schmerz

Über die Scheidungsmodalitäten wird noch verhandelt, aber die Trennung ist beschlossene Sache. Nach zehnjähriger Ehe gehen die deutsche Hoesch AG und die Köninklijke Nederlandsche Hoogovens en Staalfabrieken NV auseinander, ihre gemeinsam unter dem Dach der Estel NV verbrachte Zeit ist abgelaufen.

Schweiz: Fremde raus, Geld rein

Das Boot ist voll", hieß es in der Schweiz schon während des letzten Weltkrieges, als die Flüchtlinge asylsuchend vor den Schlagbäumen standen und an der Grenze abgewiesen wurden.

Frankreich: Trauer in der Rue Laffitte

Adieu Rothschild." Was die regierungstreue Pariser Zeitung Le Monde unter dieser Schlagzeile vergangene Woche ihren Lesern auf der Titelseite präsentierte, war kein journalistischer Abgesang auf das Symbol des französischen Kapitalismus.

Die Werbung läuft zum Kunden

Der Daumen senkte sich im fernen New York. Nachdem der wichtigste Werbekunde, der US-amerikanische Mischkonzern AMF, beschlossen hatte, die lukrativen Etats für Tyrolia Skibindungen und die Sportartikelfirma Head der Münchner Werbeagentur Benton & Bowles zu entziehen, kam aus der New Yorker Zentrale postwendend das Aus: Die Münchner Dependance von Benton & Bowles wird zum Jahresende geschlossen.

Werbung in Japan: Beethoven für Karoyan

Das Handelsdefizit der Bundesrepublik mit Japan wächst bedrohlich, aber keiner scheint schuld zu sein: Die Japaner beteuern, ihr Markt sei für Importe offen; die Gewerkschaften sind sicher, am Fleiß der Deutschen könne es nicht liegen; und Deutschlands Manager fühlen sich ohnehin meist ohne Fehl.

Manager und Märkte

Der Antrag, den der AEG-Chef Heinz Dürr wahrscheinlich schon in wenigen Tagen beim zuständigen Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff unterbreiten wird – 1,5 Milliarden Mark Exportbürgschaft für das Gas-Geschäft mit den Russen für die Mitarbeit an einem Nahverkehrssystem in Caracas und für die Lieferung von Torpedos nach Indien –, dürfte bei den Adressaten historische Erinnerungen wachrufen.

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