DIE ZEIT

Der Besuch des alten Herrn

Kurz vor seinem 75. Geburtstag kommt Leonid Breschnjew zum drittenmal innerhalb eines knappen Jahrzehnts in die Bundesrepublik.

Darlehen statt Bafög

Die Studenten wissen noch nicht, ob und wann sie für das nächste Semester Geld vom Staat bekommen können, und wieviel. Die Doktoranden wissen, daß sie nicht mehr gefördert werden sollen.

Bürgerinitiativen-Bürgerkrieg

Die bürgerkriegsähnlichen Szenen, die das Fernsehen am vorigen Wochenende vom Frankfurter Flughafen in die Wohnzimmer der Nation brachte, müssen einen jeden erschrecken, ob er nun für die Startbahn West ist oder dagegen.

Aktivist im Bundestag: Ein Phänomen macht Schlagzeilen

Die Rede ist von einem Phänomen namens Möllemann. Es könnte auch heißen: Persil, Black and Decker oder HB. Was sich dahinter an Produkten verbirgt, wie weit sie sich von Konkurrenzerzeugnissen unterscheiden, ist einigen Fachleuten bekannt.

Es paßt in die Landschaft

Für einen Angeklagten ist es gleichgültig, ob Akten, die ihm zu einem Freispruch verhelfen könnten, von den Strafverfolgungsbehörden aus Schlampigkeit, Fahrlässigkeit, Dummheit oder aus böser Absicht versteckt werden.

Nach dem Tag X in Berlin: Zwischen "Müslis" und "Mollis"

Am vergangenen Freitag war der Tag X in Berlin. Hausbesetzer riefen zu neuen Aktionen auf. Besetzerräte hatten getagt, Transparente waren vorbereitet worden, in Universitäten und besetzten Häusern hingen Plakate mit Sprüchen wie: "Besetzt, basta", "1, 2, 3, laßt die Leute frei", und "Freilassung unserer Gefangenen! Keine Räumungen!" Innensenator Lummer witterte sofort eine "offene und bewußte Provokation", mit der die Bemühungen um vernünftige und friedliche Lösungen unterlaufen werden sollten.

Sozialdemokraten: Eine Partei unter Druck

Zu beneiden sind die Sozialdemokraten gegenwärtig wahrhaftig nicht. Die Umfrageziffern, die sie auf dem Weg in das Dreißig-Prozent-Getto ihrer frühen bundesrepublikanischen Jahre zeigen, zerren mit Macht an ihrem Selbstgefühl.

Werben für den Fahd-Plan

An der Straße zum Flughafen der saudischen Hauptstadt steht alle zwanzig Meter ein Nationalgardist: khakifarbene Uniform, rotgewürfeltes Beduinenkopftuch, aufgepflanztes Bajonett auf dem Sturmgewehr.

Nordirland: Neue Attentate

Seine Mörder, als Anstreicher mit weißen Kitteln getarnt, drangen am Samstagnachmittag in das Gemeindezentrum von Süd-Belfast ein und erschossen den Methodistenpfarrer, der dort wie üblich eine Sprechstunde für die Bürger seines Wahlkreises abhielt.

Die Treue des Karrens zum Kärrner

Der Karren will also noch, durchaus. Nichts hat sich an dem Gerücht bestätigt, daß er sich von Herbert Wehner nur noch mit ächzendem Widerwillen ziehen lassen würde.

"Die Aktion ist bitter notwendig"

Die Bundesregierung and die Länder haben kein Konzept für die Aufnahme der vietnamesischen Flüchtlinge, die das Rettungsschiff Cap Anamur aus dem südchinesischen Meer rettet.

Appell an Breschnjew

Ohne Symbolik machen sie es nun einmal nicht: Am Buß- und Bettag werden Vertreter der Grünen um "fünf vor zwölf" in der sowjetischen Botschaft in Rolandseck einen Brief an Breschnjew überreichen, der am Wochenende zu einem Besuch in die Bundeshauptstadt kommen wird.

Schleichende Krise der Regierungspartei

Spanien steht unter dem Druck von politischen Spannungen und Befürchtungen. Während Putschgerüchte das Land beunruhigten, wurde die Regierungspartei UCD von einem Machtkampf geschüttelt, der erst am Wochenende beendet werden konnte.

Was die Sowjets wollen

Helmut Sonnenfeldt (Photo) war lange Zeit die rechte Hand Henry Kissingers. Keiner, der besser über Strategie, die Sowjetunion und atomare Waffen Bescheid wüßte als er.

Indien: Indira Gandhis neuer Kronprinz

Über seinen Leumund hat er sich eigentlich nie beklagen können. Seit eh und je galt er als der nette, junge Mann: korrekt, ehrlich, höflich, zurückhaltend.

Ost-West-Begegnung: Ein europäisches Panorama

Die Szene: ein gepflegtes, stilvolles Ambiente, in einem Gästehaus aus glanzvollen Zeiten an Budapests Vérhalom-Platz. Am runden Tisch sitzt Willy Brandt ein gutes Dutzend prominenter ungarischer Wissenschaftler und Politiker gegenüber.

Wyhl und kein Ende: Revisionsverdächtig

Wyhl ist ein Symbol. Hier im Rheinauewald am nördlichen Kaiserstuhl entstand die bundesdeutsche Anti-Kernkraft-Bewegung, als die Bauern und Winzer vom Oberrhein 1975 das Signal für den massenhaften Protest gegen die Nutzung der Atomkraft gaben.

Asylbewerber: Lieber einen Supermarkt?

Die Priener am schönen Chiemsee vollen sauber bleiben: Asylbewerber kommen ihnen nicht in den Kurort. Dabei hatte die Bezirksregierung rassistischen Ressentiments und der Angst um die Moral schon Rechnung getragen, als sie beschloß, nicht etwa asiatische Flüchtlinge oder alleinstehende Männer ins leerstehende Hotel "Chiemsee" zu setzen, sondern brave polnische Familien.

Ein schlechtes und ein gutes Zeichen

Die Nachricht wurde seltsamerweise kaum beachtet, obwohl sie größte Beachtung verdient: Siemens, der wichtigste private Arbeitgeber der Bundesrepublik, will die Zahl der Arbeitsplätze um fünf bis sieben Prozent verringern.

Der Druck nimmt zu

Auch wenn es wenig hilft: Bonn wird kaum an einem Beschäftigungsprogramm vorbeikommen

Handelspolitik: Kreuzzug gegen Brüssel

Gaston Thorn, Chef-Kommissar der Europäischen Gemeinschaft (EG) in Brüssel und sonst um kein schnelles Wort verlegen, fühlt sich irritiert.

Poullain-Prozeß: Glanzvoller Freispruch

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Westdeutschen Landesbank, Ludwig Poullain, ist von der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Münster vom Vorwurf der Bestechlichkeit, des Betrugs und der Untreue freigesprochen worden.

Bundestag: Eigener Herd...

Parlamentspräsident Richard Stücklen, der vor einigen Wochen mit der Klage über die knapp bemessenen Abgeordnetendiäten von sich reden machte, will jetzt mit dem Sparen im eigenen Haus ein Vorbild geben.

Polen-Kredite: Unterschiede

Sind die von deutschen Banken dem Lande Polen ohne Bundesbürgschaft gepumpten 2,65 Milliarden Mark risikobehaftet und wenn ja, wie hoch müssen die Wertberichtigungen sein, die in den Bankbilanzen für 1981 zu berücksichtigen sind? Über diese Fragen wird nicht nur unter Wirtschaftsprüfern diskutiert, die möglichst zu einer einheitlichen Regelung kommen möchten, sondern vor allem auch in den Bankvorständen selbst.

Investivlohn: Erfinderisch

Die American Motors Corporation (AMC) braucht dringend Kapital, um ihr neues Produktionsprogramm zu finanzieren. Eine Milliarde Dollar muß her, wenn das Unternehmen sich im Wettbewerb behaupten will.

Banken-Krise: Geräuschvolle Kur

Von den zehn größten deutschen Banken befindet sich die Hälfte in einer Ertragskrise. Nicht unverschuldet, denn die Kreditinstitute erhalten jetzt die Rechnung für eine überzogene Expansionspolitik.

Bonner Kulisse

Karl Haehser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bonner Finanzministerium, hätte sich mit dem Leiter des Haushaltsreferates im Bonner Bundestag, Ministerialrat Karl Weber, beraten sollen, ehe er eine Frage des FDP-Abgeordneten Jürgen W.

Gewerkschaftsjugend: Mucken oder ducken

Mit Prognosen ist Hanns Brauser vorsichtig. Nur so viel will er verraten: "Auf den ersten Tag kommt es an." Bei der Debatte um den Geschäftsbericht, meint der Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), werde sich entscheiden, ob die 11.

Kein Land für Pioniere

Keine andere Zahl kann deutlicher zeigen, in welcher miserablen wirtschaftlichen Verfassung sich die Bundesrepublik zur Zeit befindet: In den ersten neun Monaten dieses Jahres mußten 8322 Firmen ihre Zahlungsunfähigkeit erklären.

Arbeitsmarkt: Sparen am Notwendigsten

Der Respekt vorm Höchsten, den der Staatsdiener doch sonst im Blute hat, war Rudolf Neumann völlig abhanden gekommen. "Ja", so bekräftigte öffentlich der Chef des Landesarbeitsamtes Nordrhein-Westfalen sehr mutig und leicht unloyal, "menschlich, arbeitsmarktpolitisch und fiskalisch" sei unsinnig und überzogen, was sein Dienstherr vorhabe.

Italien: Chaos in der Kasse

In Palermo starb ein Rentner auf den Stufen des Postamtes vor Kälte und Erschöpfung. Er wollte einer der ersten in der langen Schlange derer sein, die am Zahltag die Rente abholen, und hatte sich deshalb schon in der Nacht angestellt.

Atomenergie: Gorleben in Bayern

Im östlichen Bayern wogt seit drei Wochen der Streit um ein Zehn-Milliarden-Projekt, das dieser strukturschwachen Region zu einem wirtschaftlichen Aufschwung ohnegleichen verhelfen könnte, das vielen Bürgern aber Angst einjagt: eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennelemente aus Kernkraftwerken.

Der neue VW-Chef: Probleme mit dem Profil

Carl Horst Hahn hätte eigentlich allen Grund zur Zufriedenheit: Am Freitag, den 13. November, folgte der Aufsichtsrat des Volkswagenwerks einstimmig dem Vorschlag seines Präsidiums und berief den 55jährigen Manager zum Chef des größten Automobilkonzerns der Bundesrepublik.

Manager und Märkte

Lange bevor 1988 das Vertragswerk über die Ruhrkohle AG ausläuft, hat das Gerangel um die Neuordnung der Anteile eingesetzt.

Zeitraffer

Viel zu große Löcher hat die Bundesbank in den Haushalten der Länder entdeckt. Sie tadelt die Finanzchefs, daß sie in diesem Jahr insgesamt vier Milliarden Mark mehr ausgegeben haben als in den Planungen vorgesehen.

Weniger Anreiz

Lübben: Nein, so ist das nicht. Aber die Erhöhung kostet die betroffenen Unternehmen sechshundert Millionen Mark pro Jahr zusätzlich.

Aufstand der Weber

Gewerkschaftssekretär Alfred Hänel erschrickt selbst über die Brisanz seines Vergleichs. "Denken Sie nur", sagt er, "es würden auf einen Schlag 70 000 Stahlarbeiter auf die Straße gesetzt.

CDU-Vorstoß im Bundesrat: Der Lobby auf den Leim gegangen

Wenn ordnungspolitisch so gefestigte Männer wie die Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, Gerhard Stoltenberg und Franz Josef Strauß einem fragwürdigen, weil schädlichen Gesetzentwurf ihres Kollegen Lothar Späth aus Baden-Württemberg nicht die Gefolgschaft verweigern, dann gibt es nur zwei Erklärungen dafür: Entweder sind sie das Opfer unzureichender Information oder sie ließen sich auf ein taktisches Spiel ein, mit dem sie etwas ganz anderes erreichen wollen, als sie vorgeben.

Unternehmensführung: Samurai an der Wallstreet

In manchen Vorstandsetagen an der Wallstreet fuchteln hochbezahlte Manager mit Bambusschwertern oder murmeln inhaltsschwere Sprüche: Der altjapanische Samuraifechter und Philosoph Miyamoto Musashi ist für manchen knallharten Finanzmann zum Guru geworden.

Gespräche am Bankschalter: Jetzt ist Rentenzeit

Die Union-Investment-Gesellschaft empfiehlt ihren Sparern den "gemischten" Fonds Unirak. Sie erwartet für 1982 eine Senkung des Zinsniveaus, kann aber heute nicht sagen, ob in der ersten Phase davon die Aktien oder Renten mehr profitieren werden.

ZEIT spart Geld

Die der Schickedanz-Gruppe nahestehende Noris Bank hat einen Rentenfonds aufgelegt, den NB-Rentenfonds RK. Er soll seine Anlagetätigkeit auf inländische, festverzinsliche Papiere konzentrieren.

Börsen-Report: Neues Stimmungs-Tief

Lichtblicke für die Aktien kamen in den letzten Tagen ausschließlich vom Rentenmarkt. Die dort gesunkenen Zinsen sorgten bei den Aktien für einen begrenzten Auftrieb.

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