Wenn der Teufel hilft, daß wir nicht in die Hölle kommen, ist er willkommen-

Ein Teufel über teuflische Kollegen: Hermann Kant, Präsident des Schriftstellerverbandes der DDR, über Golo Mann, Egon Bahr und andere, die ebenso wie er den „Friedensappell der Schriftsteller Europas“ unterzeichnet haben (konkret, 12181).

Verse aus dem Kerker: Kuba

„Korrespondenz in Gedichten“ – so heißt ein Gedichtband des Kubaners Angel Cuadra, an dessen Schicksal das Komitee „Writers in Prison“ des Internationalen PEN-Clubs und amnesty international erinnern. 1977 – Angel Cuadra hatte damals schon zehn Jahre Haft hinter sich – brachte ihn die exilkubanische Dichterin Juana Rosa Pita dazu, Gedichte, die sie ihm in das Gefängnis von Havanna schickte, in Gedichtform zu beantworten. Cuadra folgte der Aufforderung, die ihm Überlebensmut gab. Die „Korrespondenz in Gedichten aus dem Gefängnis“ umspannt die Zeit von April 1977 bis Juni 1979. Sie wurde 1979 im Solar-Verlag, Miami, veröffentlicht. Angel Cuadra wurde in das berüchtigte Gefängnis Boniato im Osten der Insel verlegt – und sitzt noch immer dort: „Sag nichts von den Geiern,/die auf mich einhacken,/suchend nach Spuren von Haß/und die den Menschenleib ums Licht/betrügen/:Aber sprich ihnen vom Gedicht,/das ich verteidige/gegen den Rost,/der nicht von den Gittern kommt...“

Kloster für Kunst und Philosophie

Wohin wird eingeladen, wenn man gebeten wird mitzubringen: ein weinrotes Tuch (4x4 Meter), gewaschene alte Stoffe, schwarze T-Shirts und schwarze Strumpfhosen – für „Aktionen“? Fritz Schranz, der als „Aktions-Künstler“ nur sehr vage bezeichnet ist, lädt nach seinen „Duineser Theaterwochen“ im Herbst 1979 jetzt ein zu Kursen des „Klosters für moderne Kunst und Philosophie“ nach San Cristóbal (Morella), Casa Barbara in Spanien. In drei jeweils vierzehn Tage dauernden Kursen vom 19. Juli bis zum 29. August 1982 wird Schranz versuchen, das zu verwirklichen, worüber er vor kurzem auf Einladung der Universität Bamberg gesprochen hat: „Philosophische Grundbegriffe und deren Darstellung durch Aktionen“. Zur Vorbereitung empfiehlt Schranz die Lektüre von Husserl, Heidegger, Sartre („Das Sein und das Nichts“). Vorträge, Gespräche, choreographische Übungen, Musizieren und „praktischer Umgang mit moderner Kunst“ stehen auf dem Programm der in ländlicher Umgebung Spaniens stattfindenden Kurse – die jenen Mangel beheben sollen, den Immanuel Kants Wort beklagt: „Sinnlichkeit ohne Reflexion ist blind, Reflexion ohne Sinnlichkeit leer“. (Information: Alter Pfarrhof Peterskirchen, 8221 Tacherting 2).

Frankfurt liegt schief