Die Unfallursachen hängen unmittelbar mit dem zusammen, was Motorradfahren sein soll: ein schnelles Vergnügen. Ursache jedes dritten tödlichen Unfalls in den Jahren 1967 bis 1979, nach Angaben der Versicherungen: "nicht angepaßte Geschwindigkeit" – sie fuhren zwar nicht immer schneller, als sie durften, aber schneller, als sie konnten. Über dreizehn Prozent standen unter Alkoholeinfluß. 8,7 Prozent fuhren auf der linken Fahrbahn.

Auf der Autobahn passiert wenig, auf großen Bundesstraßen auch. Ein Drittel der Unfälle ereignen sich auf Landstraßen (wieder: wo das Fahren Spaß macht), die Hälfte aller Unfälle in Städten (wo die Mopeds und Mofas dazukommen).

Dieser Tage veröffentlichte Bundesverkehrsminister Volker Hauff einen Unfallbericht für 1981: Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen ging im vorigen Jahr um nahezu zehn Prozent zurück, doch "sind die Gefahren für die motorisierten Zweiräder – vor allem Motorräder – eher noch gestiegen". Rechnet man Mofa-, Moped- und Motorradunfälle zusammen, dann kommt man seit 1976 Jahr für Jahr auf diese Zahlen: 2000 Tote, 90 000 Verletzte. Und: Je größer der Hubraum, desto häufiger und desto schlimmer der Schaden. Weder die bessere Ausbildung der letzten Jahre noch die Helmpflicht haben daran etwas geändert.

Hubert Koch, Leiter des von der Motorradindustrie mitfinanzierten Institutes für Zweiradsicherheit, ist ehrlich genug zuzugeben, daß eigentlich nur "reine Schikanen" die Unfallzahlen drastisch senken könnten: eine rigide Beschränkung der Geschwindigkeiten, ständige Polizeikontrollen, sofortiger Entzug der Fahrerlaubnis bei Übertretungen, öffentliche Ächtungen.

Doch solche "Schikanen" werden nicht kommen, denn die meisten Menschen denken eher wie PS-Redakteur Bernhardt.

Der findet einen solchen "Ruf nach dem Staat" gefährlich.