An der Firma Gradmann und Holler bin ich mit 15 Prozent beteiligt. Während der Dauer meiner Zugehörigkeit zum Deutschen Bundestag ist meine Gewinnbeteiligung auf zehn Prozent reduziert. Bei der Firma handelt es sich nicht um ein kleines Clübchen von Handaufhaltern, wie das jetzt so dargestellt wird, sondern um ein Unternehmen mit inzwischen 370 Mitarbeitern. Viele davon sind promovierte Ingenieure, Versicherungsmathematiker und Juristen.

Sie haben es auf der einen Seite mit der Industrie zu tun, auf der anderen Seite mit den Versicherungsgesellschaften. Beide Seiten akzeptieren uns als Berater nur, wenn sie sich immer wieder neu davon überzeugen, daß unsere Einschaltung auch tatsächlich ihr Geld wert ist, weil sie Fachkenntnisse, die wir besitzen, nicht ohne große Schwierigkeiten aus eigener Kraft aufbringen’ können. Darum bedienen sich Unternehmen wie VW oder AEG einer solchen Maklerfirma.

...und ihre Beziehungen zu VW

Von 1949 bis 1975 verwaltete die Firma Gradmann und Holler für einzelne Bereiche von VW das Versicherungsgeschäft, zum Beispiel für Feuer und Transport. Dort haben wir als Makler gearbeitet, beraten, die technische Arbeit gemacht und auch alle Schadensregulierungen durchgeführt. Dafür haben wir die in dem Gewerbe übliche Maklercourtage erhalten.

Bei VW kam man dann zu der Überzeugung, daß das Unternehmen betriebswirtschaftlich besser fahren würde, wenn es eine eigene Vermittlungsgesellschaft gründet. Um das nötige Knowhow zu erhalten, lud VW uns zu einer Beteiligung mit einem Drittel ein. Dafür haben wir Fachwissen, Service und Leute eingebracht.

Für uns war das trotzdem eine finanzielle Verschlechterung, weil wir seither am gesamten Versicherungsgeschäft von VW nur noch zu einem Drittel beteiligt sind. Die Verhandlungen über die Beteiligung haben Anfang 1975 begonnen. Sie waren vor meinem Amtsantritt abgeschlossen und wurden dann in das formelle Verfahren zur Genehmigung durch den Aufsichtsrat gegeben. Die Entscheidungen waren gefallen, bevor irgendjemand ahnen konnte, daß ich im Februar 1976 in die Landesregierung eintreten würde.