Politiker müssen schlagfertig sein, denn sie müssen sich wehren, Schläge austeilen und ständig behaupten, sie seien die bessere Wahl. Je armseliger aber ihre Argumente sind, desto wollüstiger reden sie sich in Wut. Dabei verlieren sie leicht die Erinnerung an so schöne Gepflogenheiten wie die, einander im Streit zu achten, und an Binsenwahrheiten wie jene, daß niemand etwas für seinen Namen kann.

Es gibt auch in der politischen Auseinandersetzung keine gemeinere Verletzung als das anzügliche Spiel mit Namen. Da war nicht einmal der „Kopf-ab-Jäger“ für den radikalen Verfechter der Todesstrafe eine Ausnahme, zu schweigen von so geschmacklosen Etüden wie Wehners Prägung, jemand „dohnanyiere“. Und so war es nichts anderes als perfide, daß der Bundesinnenminister seinen Parteifreunden nicht nur verkündete, er wolle weder mit Strauß noch mit Kohl auf der Ministerbank sitzen, sondern auch: „Ich war einmal Grünkohl-König, das war mein Beitrag zum Kohl-Jahr. Baum sollte sich hüten. Sonst könnte jemand auf die Idee kommen, das Bein zu heben.

M. S.