Forschungsminister Andreas von Bülow bekam jetzt bescheinigt, daß die von seinen Vorgängern geförderte Datenverarbeitung diesem Industriezweig nur wenig geholfen hat. Das ist das Zwischenergebnis einer Untersuchung, die bei den Beratungsunternehmen „Stanford Research Institute“ und „Arthur D. Little“ im Auftrag des Forschungsministers in Arbeit ist.

Gemessen am Input der staatlichen Mittel, die für die Datenverarbeitung ausgegeben wurden – rund drei Milliarden Mark – soll der volkswirtschaftlich nützliche Output bemerkenswert gering gewesen sein. Was die Prüfer im einzelnen bemäkeln, wird vorläufig noch streng gehütet. Selbst Anfragen Bonner Parlamentarier werden ausweichend beantwortet. Es sieht jedenfalls zur Zeit ganz so aus, als wolle von Bülow, der bei der Förderung Seine Hände in Unschuld waschen kann, die offenbar falsche Förderpolitik seiner Vorgänger decken, womöglich sogar beschönigen. Parlamentarier aus dem Forschungsausschuß des Bundestages witzeln schon: „Der Bericht wird jetzt erst glattgebügelt.“

Bemerkenswerter als das Negativ-Urteil über die Förderung der Datenverarbeitung, die mit Ausnahme des größten Geldempfängers – Siemens – von fast allen Firmen der Branche schon seit Jahren für verfehlt angesehen wird, ist eigentlich, daß der Forschungsminister sich trotz der Vielzahl von Gutachtern und Beratungsgremien zur Prüfung von seinem Haus unabhängige Sachverständige eingeschaltet hat.

Das zeigt ein gesundes Mißtrauen des Ministers gegenüber den Sachverständigen, die sein Ministerium berufen hat, aber auch gegenüber der „Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung“, vom Ministerium beauftragter Projektträger für die Förderung. Von dort war nämlich stets zu hören, die staatliche Förderung sei ein großer Erfolg gewesen.

Eigentlich wäre er „viel lieber Förster oder Gärtner oder Bauer geworden“, bekennt Postminister Kurt Gscheidle in seinem soeben bei Seewald erschienenen Buch „Damit wir in Verbindung bleiben“. Gscheidle, der auf 320 Seiten ein Porträt der Bundespost zeichnet, macht im Schlußkapitel einige persönliche Anmerkungen. Darunter dann auch die, daß der Vater, ein Bahnbeamter, ihn zur Post drängte, weil die Stuttgarter Reichspostdirektion gerade Ausbildungsstätte für eine neue Beamtenlaufbahn des mittleren fernmeldetechnischen Dienstes geworden war.

Die Postkarriere war allerdings auch familienbedingt vorbestimmt; schon der Großvater hat für die Post gearbeitet. Der mußte sogar, bevor er zum „Hilfspostunteibediensteten“ bestellt wurde, eine Kaution von 500 Mark leisten, um, wie es in dem von Gscheidle zitierten Dokument heißt: „für alle Ansprüche des Staats“ gerüstet zu sein, „welche aus meinen Handlungen oder Unterlassungen in diesem meinem Dienstverhältnis oder in meinem zukünftigen – mit Kautionspflicht verbundenen – Dienstverhältnis erwachsen“.

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