Die im Anschluß an die letzte deutsch-französische Gipfel-Konferenz herausgegebene Erklärung über anzustrebende europäische Gemeinsamkeiten in der Zinspolitik mit dem Ziel, sich von den Zinstendenzen in den USA zu lösen, hat in den deutschen Börsensälen beträchtliche Unruhe ausgelöst, zumal in der Verlautbarung auch von Kapitalverkehrskontrollen die Rede war.

Den in den letzten Tagen gegenüber der Mark gestiegenen Dollar-Kurs, ohne daß sich die Zinsen in den USA weiter nach oben bewegt haben, begründen Devisenhändler mit dem wachsenden Mißtrauen gegenüber der Mark, die zu einer „Mausefallen-Währung“ zu verkommen droht, falls es tatsächlich zu den angedeuteten Kapital Verkehrskontrollen kommen sollte.

Noch vertraut man in den deutschen Börsensälen allerdings auf jene Bonner Kräfte, die diesen Rückschritt in finstere Zeiten verhindern könnten. Deshalb ist die Stimmung weder am Aktien- noch am Rentenmarkt schlecht, zumal es weiterhin potente ausländische Anleger gibt, die sich in deutschen Aktien engagieren, ohne dabei eine besondere Vorliebe für bestimmte Papiere erkennen zu lassen.

Das börseninteressierte deutsche Publikum kümmert sich indessen verstärkt um die sogenannten Nebenwerte, in denen bemerkenswerte Sonderbewegungen zu verzeichnen sind. Die in diesen Tagen veröffentlichten Zwischenberichte zahlreicher Unternehmen machen nämlich deutlich, daß es etliche Gesellschaften gibt, denen es recht gutgeht.