DIE ZEIT

Grönland als Eisbrecher

Noch läßt sich die Europäische Gemeinschaft mit dem Synonym „die Zehn“ umschreiben. Der von einer knappen Mehrheit der Grönländer geäußerte Wunsch nach einem Abschied vom organisierten Europa verändert die EG-Mitgliederzahl nicht.

Amerikas Knüppel

Washington war von allem Anfang an gegen das westeuropäisch-sowjetische "Jahrhundertgeschäft" Erdgas gegen Röhren – längst vor Polen, auch längst vor Afghanistan.

Von Eigennutz und öffentlichen Dingen

Als vierundzwanzigjähriger Student schrieb Max Weber im Jahr 1888, dem sogenannten Dreikaiserjahr, in dem der Thron des preußisch-deutschen Reiches zweimal durch Tod verwaiste: "Ich denke unausgesetzt an die öffentlichen Dinge.

Bein am Baum

Politiker müssen schlagfertig sein, denn sie müssen sich wehren, Schläge austeilen und ständig behaupten, sie seien die bessere Wahl.

Verbot für Hiebe

Zuerst wurde sie auf der kleinen Insel Man verboten, jetzt ist sie auch auf der großen Insel Britannien nicht mehr erlaubt: die Prügelstrafe.

Zeitspiegel

Die AfA, die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD, gilt als eine der Kerntruppen Helmut Schmidts in der Partei, auf die sich der Kanzler, wie auf die Gewerkschaften allgemein, gerne beruft.

Der Mann, der den Rücktritt wählte

Der eindrucksvolle Ein-Meter-Sechsundneunzig-Mann sieht aus, als könnte ihn nichts erschüttern. Doch der Augenschein trügt. Der Eröffnung der beiden Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft hat ihn arg gebeutelt.

Die Macht des Verdachts

Der mächtige Apparat, der Bonner Politik heißt, läuft weiter – fast so, als sei nichts geschehen. Genau gesehen hat sich ja eigentlich auch noch gar nichts verändert.

Zwischen Recht und Politik

Der Korruptionsverdacht gegen Politiker und Beamte in der Bundesrepublik trifft auf eine in diesem Bereich noch unerfahrene Öffentlichkeit: Politik und Recht werden als seltsames, oft untrennbares Gemisch behandelt.

Freie Demokraten: Groll, Genscher und der Graf

Stolz schaute William Bonn um sich: „Ist das nicht herrlich?“ Die Kölner Volkshochschule war schon vollbesetzt, immer noch drängten am Wochenende junge und alte Liberale in das Audimax, um beim Gericht über die FDP dabei zu sein.

Wolfgang Ebert: Alte Heimat

„Endlich mal was Harmloses, immer diese Skandale. Und dann muß man auch noch dauernd umschalten. ‚Neue Heimat‘ mit Vietor und Hesselbach im I.

Eintracht nur auf kurze Sicht

Nur in Ausnahmefällen werden deutschfranzösische Konsultationen mit einer gemeinsamen Resolution abgeschlossen. Im Januar 1980, kurz nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan, hielten Präsident Valéry Giscard d’Estaing und Bundeskanzler Helmut Schmidt das Außergewöhnliche für angebracht.

Zwischen Folter und Erneuerung

Aufatmen und Erleichterung über das Ende des blutigen Bürgerkriegsterrors prägen noch heute, achtzehn Monate nach dem Coup der Generäle am 12.

Der Papst und die Jesuiten

Die 86 Provinzialoberen aus aller Welt, die in Grotta Ferrata bei Rom hinter verschlossenen Türen den künftigen Kurs ihres Ordens zu bestimmen versuchten, waren nicht frei in ihren Entschlüssen.

Spanien: Spiel auf Zeit

Immer wieder greifen die Verteidiger in das Verfahren ein, um die ruhmreiche Vergangenheit ihrer Mandanten referieren zu lassen.

Ärger bis zum Mai?

Nun soll’s im Sauseschritt gehen. Nicht der Bundesrat hat sich, wie sonst üblich, mit dem in Gesetzesform gegossenen Beschäftigungsprogramm der Regierung zuerst befassen können, sondern die Koalitionsfraktionen im Bundestag.

Zypern: Papandreous Parolen

Als „historischen Schritt“ feierte Andreas Papandreou seinen Besuch in Nikosia. Er ist der erste griechische Regierungschef, der seit 1960, als die Insel unabhängig wurde, seinen „Fuß auf die geheiligte Erde“ Zyperns setzte.

Unsere oberen Dreitausend

Die Kriterien, die für die Zugehörigkeit angelegt werden müssen, sind engmaschig. Auch ist nicht von den „Besten“ im Sinne Platos die Rede – niemand weiß, ob „mit dem Amt“ auch wirklich „der Verstand kommt“, wie der Volksmund sagt.

Hilfe für die Freunde

Knapp eine halbe Stunde sprach Präsident Reagan am Mittwoch vergangener Woche vor den schweigenden Delegierten der „Organisation Amerikanischer Staaten“ (OAS) in Washington, um das lange versprochene Hilfsprogramm für Zentralamerika und die Karibik zu verkünden.

Preisgabe der Prinzipien

Der Wille zum Frieden allein reicht nicht aus, um auch tatsächlich Friede zu stiften. Erst wenn dieser Wille mit politischer Vernunft und politischem Augenmaß gepaart wird, kann dieses Ziel erreicht werden.

Die doppelte Zeitgeschichte

Die besten Autoren gehören oft auch zu den fleißigsten. Zwar ist der bloße Fleiß sicherlich keine notwendige Bedingung für ein großes Werk, aber es ist nicht zu übersehen, daß – zumindest in der Wissenschaft – Produktivität und Qualität häufig zusammenfallen.

Heimliche Liebe

Bravo, Herr Wickert, Sie bringen unser weiß-blaues Weltbild wieder in Ordnung. Sie brachten es an den Tag, demoskopisch, wissenschaftlich, statistisch: „Von allen wahlberechtigten Bundesbürgern haben gegenwärtig 53 Prozent eine positive Meinung, wenn sie das Wort ,Preußen‘ hören.

Wer fegt das Granulat von Berlins Straßen?

Nicht nur Asylanten sollten Granulat von Berlins Straßen schaffen. Der Senator für Arbeit und Betriebe, Edmund Wronski, spielte alten Trümmergeist auf: Mit Hilfe eines Besens der Berliner Stadtreinigung, ermunterte er die Berliner, sollten sie ihr Granulat freiwillig selber beseitigen.

Die Chinesen und die Scham

Er habe zum Beispiel in der Stadt Kaifeng Aufnahmen für einen Fernsehfilm über die Frau in China gemacht und dort mit einer reizenden, munteren Lokomotivführerin die Fragen vorbesprochen, die er ihr später vor der Kamera stellen wollte.

Nur ein Alibi-Programm

Die Arbeitslosigkeit bleibt das wirtschaftspolitische Problem Nummer eins in der Bundesrepublik. Die jüngsten Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit zeigen dies in aller Deutlichkeit.

Bonner Kulisse

Forschungsminister Andreas von Bülow bekam jetzt bescheinigt, daß die von seinen Vorgängern geförderte Datenverarbeitung diesem Industriezweig nur wenig geholfen hat.

Lektion lernen

Es vergeht kaum noch eine Woche, in der irgendein Ölstaat die Preise für sein Rohöl nicht senkt. Der Grund ist einfach: Nur noch mit Mühe bringen die Ölförderländer ihren teuren Rohstoff an den Mann; der Ölmangel ist der Ölflut gewichen.

Solidarität

In der Metallindustrie wiederholt sich zur Stunde das alljährlich beliebte Spiel: Begleitet vom Wirbel der Propaganda-Trommeln feilschendie Tarifparteien um Lohnprozente.

Unerschüttert

Adolf Schmidt, Vorsitzender der IG Bergbau, wollte in die Offensive gehen. Energisch forderte er die Kollegen vom Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auf, die Tagesordnung zu vergessen und in die Personaldebatte einzusteigen.

Niemand ist gleicher

In einem Grundsatzurteil hat der Bundesgerichtshof entschieden, daß es in den mitbestimmten Aufsichtsräten von Unternehmen keine Mitglieder erster und zweiter Klasse gibt.

Von den USA abkoppeln?

Bundesbankpräsident Karl-Otto Pöhl griff klärend in die Diskussion ein, an der sich Berufene und Unberufene beteiligten: Es gebe nur eine Methode, uns von den hohen amerikanischen Zinsen noch mehr abzukoppeln, als dies ohnehin schon geschehen sei – durch Kostendisziplin im Inland und durch eine Verbesserung unserer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

Frankreich: Fortschritt in die Sackgasse?

Die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf vierzig Stunden und die Verlängerung des Urlaubs auf vier oder gar sechs Wochen haben sich die Arbeitnehmer in vielen Industrieländern mit oft langen Streiks erkämpfen müssen.

Mehr Kapital für die Unternehmen

Hohe Arbeitslosigkeit, steigende Inflationsraten und eine Wirtschaft, die in diesem Jahrzehnt einen tiefgreifenden Strukturwandel bewältigen muß – das alles erfordert auch ein Umdenken in der Tarifpolitik.

Spenden- Affäre: Kassieren und schweigen

Wohl noch nie haben Staatsanwälte so großen Wirbel verursacht wie diesmal in Bonn: An die tausend Prominente aus Politik und Wirtschaft stehen im Verdacht, den Fiskus um Millionen hintergangen zu haben.

Währungsunion Belgien-Luxemburg: "Keine belgische Kolonie"

Aus Gründen der Courtoisie", so erklärte der Sprecher der Tagesschau des belgischen Fernsehens RTBF am Montag letzter Woche, habe sich die Redaktion entschlossen, die offizielle Luxemburger Reaktion auf die 8,5-prozentige Abwertung des belgischen Franken vor allen anderen Stellungnahmen zu senden.

Mit Elan in den Abgrund?

Die stürmische Expansion der Euro-Märkte treibt das westliche Bankensystem einem Kollaps entgegen

Wettlauf um die Chips

Über einen Punkt sind sich Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler in der Bundesrepublik einig: Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf den Weltmärkten wird weitgehend davon abhängen, ob sie bei der Entwicklung und Anwendung der Mikroelektronik eine führende Stellung einnimmt.

Zeitraffer

Obwohl der Handel rund um den Globus im vergangenen Jahr um rund ein Prozent schrumpfte, konnte die bundesdeutsche Exportindustrie einen Triumph nach dem anderen feiern.

Manager und Märkte

Noch ehe am Freitag vergangener Woche der erste Kohlenzug die Grube German Creek im australischen Bundesstaat Queensland in Richtung Verschiffungshafen verließ, hatte die Ruhrkohle AG schon Geld an ihrer Beteiligung verdient.

Deutschlands wichtigste Handelspartner: die Nachbarn

Frankreich und Holland bleiben die größten Handelspartner Deutschlands – in beiden Richtungen. Auch die übrigen europäischen Nachbarn zählen zu den wichtigsten Abnehmern deutscher Ware und Anbietern am heimischen Markt.

Hoffnung und Fiktion: der Koordinationsausschuß

Der „Koordinationsausschuß“ war – und bleibt – die interessanteste Institution des Verfahrens. In diesem Ausschuß treffen sich nach wie vor Ausführende und Betroffene etwa alle Vierteljahre, um einander zu informieren, Wünsche und Beschwerden vorzubringen, nachzuhaken, zu protestieren, zu kontrollieren.

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