Israel für Archäologen

Umfangreiche Kenntnisse und Mut zu kritischemDenken (um fromme Legenden von der historischen Wirklichkeit zu trennen) sind Grundvoraussetzungen, um einen außergewöhnlichen Israel-Führer schreiben zu können. Der in Jerusalem lebende und als Professor an der „École Biblique et Archeologique Française“ lehrende Dominikaner Jerome Murphy-O’Connor hat sie, und so wurde seine fast 400 Seiten starke, mit vielen Karten und Zeichnungen versehene Darstellung „Das Heilige Land. Ein archäologischer Führer“ zu einem der besten und wirklich empfehlenswerten Reisebücher, die es über Israel gibt. In sachlich-knapper Sprache bietet er eine Fülle an wichtigen Informationen. (Piper Verlag, München, 39,80 Mark) G. P.

Längst ist Irland, auch photographisch, kein Neuland mehr. Wenn nun ein renommierter Kunstbuchverlag einen so aufwendigen, teuren Iriand-Band auf den Markt bringt wie diesen:

Brian de Breffny und George Mott (Photos): Irland. Das Land und seine Geschichte. Du-Mont Köln, 253 S., 127 Farb- und 39 Schwarzweiß-Abb., 86 Mark

– darf der Leser da nicht etwas Besonderes erwarten? Indes findet er nur besonders viele, besonders monumentale irische Gemeinplätze: wilde Felsküsten, romantische Ruinen, einsame Flußtäler, einfache Menschen. Reiseprospekt-Photographie, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Nicht ein einziges der vielen Photos berührt zum Beispiel auch die politische Situation Nordirlands – als sei dies eine Werbebroschüre des Irischen Fremdenverkehrsvereins. Auch die Druckqualität erreicht nicht den hohen Standard, den derselbe Verlag mit der Reihe seiner Landschafts-Bildbände gesetzt hat. Unzulänglich auch die Karten und ein Literaturverzeichnis, das nur angelsächsische Titel berücksichtigt. Der informative, kulturhistorisch weitgespannte Text von Brian de Breffny immerhin erfüllt die Erwartungen, die ein derartiger „Prachtband“ weckt. Wenn Irland, wie der Autor schreibt, ein Land ist, „welches mehr Geschichte gemacht hat, als es verdauen konnte“, so läuft mancher Verlag offenbar Gefahr, mehr Bücher zu machen, als er verantworten kann. P. S.