Schon einmal wurde der Versuch gemacht, das ^mühsame Katalogstudium bei der Urlaubsplanung zu erleichtern: Im vergangenen Jahr bot die „Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher“ eine „Reisemarkt-Analyse“an. Sie sollte Hilfe sein für all jene, die mit dem Urlaubsgeld vorsichtig umgehen, die genau kalkulieren und vergleichen müssen, um die Familienkasse nicht übermäßig zu strapazieren. Der lobenswerte Vorsatz, hier hilfreich einzugreifen, endete kläglich. Wer sich von diesem Heft Tips für die Wahl des Ferienzieles oder gar Einsparungen bei den Reisekosten erhoffte, wurde von dem unübersichlich und verwirrend gestalteten Katalog arg enttäuscht. Was blieb, war wieder das Heranschleppen unzähliger Prospekte und die Mithilfe eines Reisebüros – wie ehedem.

Nun hat sich – wieder mit den besten Vorsätzen und ausgestattet mit aufmunternden Anweisungen für die Handhabung – der niederländische Verleger E. I. M. van Liemt daran gemacht, nachbarschaftliche Ferienhilfe zu leisten. Die drei soeben erschienenen Bände „Preisvergleich im Reisebereich“ (zu beziehen über Profipost, Wormser Straße 45 a, 5000 Köln 1, zum Preis von 14,70 Mark je Band) befassen sich vornehmlich mit Spanien, aufgeteilt in Kanarische Inseln, Costa del Sol und Balearen (Mallorca ist ein eigenes Heft gewidmet). Auf den letzten 19 Seiten sind dann noch Preisvergleiche für Pauschalreisen nach Dalmatien (Jugoslawien) aufgeführt. Insgesamt über 500 Hotels, Bungalows und Appartements wurden erfaßt, die jeweiligen deutschen Abflughäfen, die Reisetage während der Saisonmonate Juni, Juli, August und September genannt und die Veranstalter-Preise, beispielsweise von Airtours, Kaufhof-Reisen, Neckermann, den TUI-Firmen und Tjaereborg, gegenübergestellt.

Diese Analyse – vergleicht man sie mit dem AgV-Produkt – ist, zumindest von der Gestaltung her, deutlich besser gelungen. Obwohl man sich auch hier erst einmal gründlich „einlesen“ muß. Starthilfe für die Handhabung gibt van Liemt im Klappentext, der leider etwas holprig übersetzt wurde. Dort steht aufmunternd, daß der Leser „schnell vertraut mit den Ziffern“ sei und in der Tat: Nach einigen Probeläufen findet man heraus, daß eine Pauschalreise mit Airtours ab Hamburg um einiges teurer ist als eine mit Transeuropa. Nur: Wußte man das nicht schon immer? Bedauerlich auch, daß Hinweise auf Kinderermäßigung fehlen. Und was Mijnheer van Liemt im begleitenden Pressetext verheißungsvoll ankündigte, nämlich daß „die Wahl des richtigen Reiseveranstalters ... für eine vierköpfige Familie leicht 1000 Mark zusätzliches Urlaubsgeld bedeuten“ kann, verliert bei näherem Hinschauen seine Brisanz, denn „die vorkommenden Preisunterschiede sind oft erklärlich“. Wohl wahr: Das nämlich liegt daran, daß einige Preise lediglich für Übernachtung und Frühstück, andere für Halb- oder Vollpension gelten. Desgleichen, so der Katalogtext, gibt es Preisvorteile „durch die Wahl des richtigen Flughafens“. Nur – wer in Hamburg wohnt, wird auch von Hamburg aus starten wollen.

Abschließend wird dem hoffnungsvollen Urlaubsplaner vollends der Mut genommen, allein mit der Broschüre über die Runden zu kommen, denn „jedes Reisebüro wird Ihnen gerne bei der Berechnung der richtigen Reisesumme behilflich sein“. Gott sei Dank. Brigitte Wolter