Es vergeht kaum noch eine Woche, in der irgendein Ölstaat die Preise für sein Rohöl nicht senkt. Der Grund ist einfach: Nur noch mit Mühe bringen die Ölförderländer ihren teuren Rohstoff an den Mann; der Ölmangel ist der Ölflut gewichen. Nicht besser als den Ölländern ergeht es den multinationalen Ölkonzernen.

Den Verbrauchern bleibt dies nicht verborgen. Schließlich waren sie es, die mit Sparsamkeit – unterstützt von der Konjunkturkrise der Industriestaaten – für die Ölschwemme sorgten. Sinkende Preise sind der Lohn.

Durch diese angenehmen Begleiterscheinungen des Ölüberflusses sollten sich Verbraucher und Regierungen nicht einlullen lassen und das Sparen nicht vergessen. So geschah es nämlich 1977/78, als eine Ölwoge die Angst vor dem Mangel wegspülte. Wenige Monate später sorgte Ayatollah Khomeini dafür, daß der Iran als Öllieferant ausfiel. Die Ölknappheit traf den Westen völlig unvorbereitet, und die Preise kletterten um dreihundert Prozent. Chr.