Würzburgs Wandel vom mainfränkischen Fürstbistum zur unterfränkischen Kreishauptstadt – „neben Prag und Salzburg die berühmteste Barockstadt im deutschsprachigen Raum“ – veranschaulicht das reich bebilderte Prachtwerk „Würzburg – Geschichte in Bilddokumenten“, erschienen im Ch. Beck Verlag, München 1981, 190 Seiten, 384 Abb., 98 Mark.

Dank der ausgewogenen Themenwahl erscheint Würzburgs Vergangenheit nicht ausschließlich im Licht seiner barocken Blütezeit, als die bauwütigen Schönborn-Grafen namhafte internationale Baumeister und Künstler mit Mammutaufträgen an den Hof lockten, um ihre kostspieligen Prestigeobjekte zu verwirklichen. Im Schatten dieser architektonischen Glanzleistungen, denen wir heute unter anderem Residenz und Hofkirche, Schönbornkapelle und den Fürstenbau des Juliusspitals verdanken, regte sich das „andere“ Würzburg, das der Kaufleute und Krämer, der Handwerksgesellen und Bauernburschen, deren Leben in vielen zeitgenössischen Stichen und Gemälden eingefangen wurde. Der Herausgeber Alfred Wendehorst und eine Gruppe Würzburger Kultur- und Stadthistoriker haben auf dem Streifzug durch Würzburgs Geschichte dunkle und helle Momente eingefangen und diese in ganz unterschiedlichen Zeugnissen kontrastiert: Das Zeitalter der Glaubenskämpfe zum Beispiel spiegelt sich in zartesten Madonnenbildnissen und grausamen Gemälden vom Mord und Totschlag frommer Glaubensheere. Eine intelligente und informative Stadtgeschichte mit aussagekräftigen und detailliert erläuterten Bilddokumenten, kein prätentiös-harmloser Bildband. Hier die Zeichnung vom Tod Bischof Arns am 13. Juli 892, ein? Miniatur aus dem 16. Jahrhundert. A. S.