Von Lorenz von Stackelberg

Peter ist siebzehn, Flaschenabfüller in einer Schnapsbrennerei, fünf Mark fünfzig die Stunde – kein Traumjob, aber immerhin etwas, denn was soll er machen ohne Schulabschluß, ohne Lehre. Vorher hat er Regale aufgefüllt bei Edeka, bis er wegen einer geringfügigen Dummheit entlassen wurde.

Peter ist ein sogenannter „Problemfall“, er entstammt einer kinderreichen Familie aus der Essener Trabantenstadt Hörsterfeld, ein Jugendlicher ohne Zukunftsperspektive, einer von denen, die gemeint sind, wenn in der Presse Meldungen über Vandalismus und Rowdytum auftauchen:

Und wo habt ihr euch gekloppt? Peter: An der Bushaltestelle. Sind wir nach Hause gefahren, da standen drei Mann an der Bushaltestelle. Haben uns angepöbelt. Mein Bruder fährt hin, zieht sich den Parka aus, steigt ab, und dann ging das sofort rund.

Habt ihr euch gegenseitig verkloppt?

Peter: Ach, ich habe nichts gemerkt. Mein Bruder hat nur einen gekriegt, auf das Auge. Ist das Auge hier oben am Lid ’n bißchen blau geworden. Das Auge war dick, blau war das nicht, nur oben am Lid wurde das blau.

Und die anderen?