Gestoppte Hausbesitzbriefe

Stillschweigend haben die Kreditinstitute den gerade angelaufenen Verkauf der Hausbesitzbriefe der Hausbesitzbrieffonds 12 Immobiliengesellschaft Dr. Menard (Objekt Hamburg-Raboisen) KG zurückgestellt. Es handelt sich dabei um ein Bürohaus, dessen Betreuung bei der gewerkschaftseigenen Neue Heimat Städtebau GmbH liegt, die das Objekt auf die Dauer von zunächst 25 Jahren pachtet. Die Gesamtkosten des Objekts von rund 160 Millionen Mark sollten durch 80 Millionen sogenannte Hausbesitzbriefmittel und durch 80 Millionen Fremdmittel finanziert werden.

Der öffentlich geäußerte Verdacht, die Neue Heimat hätte bei diesem Objekt mit zu hohen Wertansätzen zu Lasten der Käufer der Hausbesitzbriefe gearbeitet, ließ den Absatz der Briefe ohnehin als wenig aussichtsreich erscheinen. Viele Kundenberater der Banken hatten offensichtlich Hemmungen, Anteile an dieser mit einem Pachtvertrag der Neuen Heimat arbeitenden Immobiliengesellschaft zu verkaufen. Die Neue Heimat wollte einen Pachtzins zahlen, der eine jährliche Ausschüttung von mindestens fünf Prozent des Nennbetrages der Hausbesitzbriefe sicherte. In den ersten Jahren können sie von den Besitzern der Briefe weitgehend steuerfrei vereinnahmt werden. Wird der für 1982 zu erwartende steuerliche Verlust von zehn Prozent berücksichtigt, so würde sich für dieses Jahr bei einem persönlichen Einkommensteuersatz von 50 Prozent eine Bruttorendite von 20 Prozent ergeben.

Diese Rendite ist zweifellos reizvoll, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß es schwierig ist, Hausbesitzbriefe später wieder zu Geld zu machen, auch wenn die Deutsche Pfandbriefanstalt, die bereits 11 Serien solcher Briefe aufgelegt hat, beim Besitzwechsel ihre Hilfe anbietet.

BASF-Optionsanleihe verbessert

Ohne Schwierigkeiten ist die neue BASF-Optionsanleihe über 165 Millionen Dollar untergebracht worden. Der Optionspreis mußte allerdings vorher von 136 auf 133 Mark je 50-Mark-Aktie ermäßigt werden. Der Käufer von je 1000 Dollar Optionsanleihe hat das Recht erworben, jeweils 20 BASF-Aktien zum Kurs von 133 Mark innerhalb der sechsjährigen Laufzeit der Anleihe kaufen zu können. Ihr gegenwärtiger Kurs liegt bei 133 Mark. Börsenexperten gehen davon aus, daß der Wert des Optionsscheins auf der heutigen Kursbasis bei 21 Mark liegen müßte. Der Schein soll auch an den deutschen Börsen notiert werden und stellt für deutsche Anleger ein interessantes Spekulationspapier dar. Bei der mit einem Zinssatz von elf Prozent ausgestatteten Anleihe läuft der deutsche Anleger ein Währungsrisiko. Dafür kassiert er einen Zins, der deutlich über dem der auf Mark laufenden Papiere liegt. Stellt sich der Kurs der künftigen Anleihe, wie die Deutsche Bank vorrechnet, auf rund 82 Prozent, so errechnet sich eine Rendite von 15,75 Prozent.

Mehr als sechs Prozent steuerfrei

Die Kreditinstitute weisen weiterhin auf den Steuervorteil hin, falls festverzinsliche Wertpapiere mit niedrigem Nominalzins zu einem entsprechend niedrigem Kurs gekauft werden. So rechnet die Vereins- und Westbank vor, daß derjenige, der beispielsweise 5 1/2prozentige Pfandbriefe der Norddeutschen Landesbank Reihe 42 kauft (sie kosten 94 Prozent und werden am 1. Dezember 1983 getilgt), unter Berücksichtigung eines persönlichen Einkommensteuersatzes von 50 Prozent auf eine steuerfreie Rendite von 6,35 Prozent kommt. Um das gleiche mit anderen Anlagen zu erzielen, müßten sie eine Bruttorendite von 12,70 Prozent abwerfen. Ähnliche Renditen lassen sich auch über länger als fünf Jahre sichern, auch bei den Bundesanleihen, wo die Börse bereits von Steuersparemissionen spricht. Auch hier handelt es sich um Papiere mit niedrigem Nominalzinssatz.