Der Besuch des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou weckte in Zypern neue Hoffnungen. Doch die Insel hat kaum Aussicht, daß die Teilung aufgehoben wird.

Als „historischen Schritt“ feierte Andreas Papandreou seinen Besuch in Nikosia. Er ist der erste griechische Regierungschef, der seit 1960, als die Insel unabhängig wurde, seinen „Fuß auf die geheiligte Erde“ Zyperns setzte.

Von der griechischen Volksgruppe wurde er enthusiastisch und erwartungsvoll begrüßt. Aber außer Verständnis (er habe den Menschen „die Qual ihres persönlichen Dramas“ angesehen) und unverbindlichen nationalen Parolen („Krise des Hellenismus“) hatte Papandreou wenig zu bieten. Seit dem mißglückten Putsch der Athener Obristen 1974 ist die Insel geteilt: 500 000 Griechen und 150 000 Türken stehen einander gegenüber, und Versöhnung ist nur schwer möglich. Alle Verhandlungen, die die Volksgruppenführer Kyprianou und Denktasch bisher führten, blieben erfolglos.

Was dabei herauskommen könnte, ist absehbar: Die Trennung würde anerkannt, Zypern in zwei autonome Bundesstaaten mit schwacher Zentralregierung geteilt. Darauf beharren die türkischen Zyprioten, weil nur diese Lösung ihre Sicherheit garantiere. Die griechischen Zyprioten, vor allem die Flüchtlinge aus dem Norden, wollen sich damit jedoch nicht abfinden.

Papandreou suchte bislang Vergeblich nach einem Ausweg. Er denkt daran, die Krise zu internationalisieren, doch Willy Brandt wollte nicht den Vermittler spielen, und eine europäische Konferenz über Zypern wird von Nato und EG abgelehnt: Daran müßte die Sowjetunion beteiligt werden, und das will keiner,

G. S.