Wer jung und unternehmungslustig ist und obendrein noch kräftig zupacken kann, dem bietet die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Frankfurt für ein paar Wochen Arbeit im Ausland.

In dem Katalog „Arbeit nichts als Arbeit – aber mal im Ausland“ informiert die ZAV (Feuerbachstraße 42–46, 6000 Frankfurt) über Kurzzeitprogramme für junge Leute über 18 Jahre (vornehmlich für Studenten) in Europa und Nordamerika. Die Angebote sind vielfältig, die Plätze allerdings rar: Da geht es als landwirtschaftliche Hilfe nach Finnland, zur Weinlese nach Frankreich, als Aushilfe in Hotels und Restaurants in die Schweiz, zur Tabakernte nach Kanada (nur männliche Bewerber), zur Mitarbeit in Schnellgaststätten und Tankstellen in die USA. Außerdem werden junge Sportlehrer und Animateure für Feriendörfer im Mittelmeerraum gesucht.

Die Aufenthalts- und Beschäftigungsdauer beträgt meist zwei Monate, Englisch- und Französisch-Kenntnisse vorausgesetzt.

Die Ferienjobs werden ausschließlich im Rahmen von Austauschprogrammen vermittelt, das heißt, für jeden deutschen Studenten, der ins Ausland zum Arbeiten geht, kommt einer aus dem entsprechenden Land in die Bundesrepublik.

Die einzelnen Programme werden von der ZAV zusammen mit den Partnerorganisationen ausgearbeitet. Auswahlgespräche mit den Bewerbern finden dann in Frankfurt bei der ZAV statt, wobei in den meisten Fällen ein ausländischer Vertreter anwesend ist.

In einigen Ländern wird eine Arbeitserlaubnis verlangt: so zum Beispiel in den USA. Zusammen mit dem Visum erhält der Ferienarbeiter vom Konsulat ein Formular, das er in den Staaten bei den lokalen Behörden einreichen muß, um nach wenigen Tagen seine Social Security Number, die Arbeitserlaubnis, zu erhalten. Bei Problemen helfen die Partnerorganisationen. Sie sind auch zur Stelle, wenn es einmal Schwierigkeiten am Arbeitsplatz geben sollte.

In den Vereinigten Staaten versucht die ZAV dieses Jahr erstmals etwas Neues: „open placement“, das heißt, wer auf eigene Faust Arbeit suchen will, zum Beispiel durch Hilfe von Verwandten oder Freunden, kann dies ebenfalls im Rahmen des Austausches tun. Die Abwicklung erfolgt auf die gleiche Art und Weise wie die der festen Programme. Auch hier ist die Zahl der Plätze nur begrenzt.

Interessenten müssen sich beeilen, denn für manche Stellen ist im März bereits Bewerbungsschluß. Gearbeitet wird in den Semesterferien, die in Amerika aber schon Anfang Juni beginnen. H. L./E. N.