Mit hohen Rabatten versuchen viele Autohändler, Kunden zu fangen. Ihr Zentralverband will dem jetzt ein Ende machen.

Die Volkswagen- und Audi-Händler trafen sich in der vorigen Woche noch in aller Stille, um für mehr Preisdisziplin in den eigenen Reihen zu sorgen – der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes geht in dieser Woche mit seiner Aktion „zur Wahrung des lauteren Wettbewerbs“ direkt an die Öffentlichkeit.

Beide, Deutschlands größte Autohandels-Organisation und der Dachverband aller Autohändler und -handwerker in Deutschland wollen das gleiche: Die zum Teil beträchtlichen Rabatte beim Autokauf sollen zurückgestutzt werden.

Deutschlands Autohändler nehmen es mit ihren Preisauszeichnungen nicht so genau, seit das Autogeschäft nicht mehr so gut läuft. Neun Prozent Nachlaß auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers sind, so ergab eine Umfrage des Branchendienstes markt intern, die Regel; für groß volumige Modelle sind auch mal über zehn Prozent drin.

Im Durchschnitt, so errechnete der Dienst, werden tausend Mark pro Auto nachgelassen. Von den Werken aber beziehen die Händler ihre Autos mit Abschlägen von nur fünfzehn bis zwanzig Prozent – hohe Rabatte gehen deshalb schnell an die Substanz ihrer Betriebe.

Als Ausweg empfiehlt markt intern den Händlern, mit ihren Werken Agenturverträge zu schließen und dann ihre Autos auf Rechnung des Herstellers zu Festpreisen zu verkaufen.

Soweit allerdings möchten weder die Volkswagenhändler noch der Zentralverband gehen. Verbandsgeschäftsführer Jürgen Creutzig meint, „ein bißchen Eigenständigkeit sollte den Händlern doch erhalten bleiben“.