Hervorragend

„Edita Gruberova – italienische und französische Opernarien“. Ihre Glanzrolle ist die Zerbinetta in Strauss’ „Ariadne“ – sie singt die berühmte Arie bei Decca (6.42 549). Hier sind zusammengetragen die Hit-Koloratur-Arien aus „Lacmé“, den „Hugenotten“, „Romeo und Julia“ (Gounod), „Hamlet“ (Thomas), „Lucia“, „Semiramis“ und „Barbier“. Die „geläufige Gurgel“ also, die Mozart schon verlangte für seine „Königin der Nacht“, erweitert um die verschiedenen Fachbereiche, wie sie die Primadonnenkulte Mitte des vorigen Jahrhunderts verlangten und wie Maria Callas sie erfüllte. Hier findet sich viel von der vitalen Geschmeidigkeit wieder, mit der Tonketten durchlaufen und Spitzentöne angesprungen werden sollen, das leicht Angerauhte in den mittleren Registern und die Glut in der Tiefe. Und selbst die Kunst der fast unmerklichen Zäsur, des Verzögerns um der noch stärkeren Effekte willen, beherrscht Frau Gruberova exzellent. (Elektrola 1 C 067/43 136) Heinz Josef Herbort

Hörenswert

„Confirmation“. Der Titel gehört einem Stück, dessen Melodie von Charles Parker ist und so sehr dem Modern Jazz verbunden wie die drei Musiker, die sich hier damit beschäftigen: der Pianist Tommy Flanagan, der Schlagzeuger Elvin Jones und der Bassist George Mraz. Sie geben dem schönen alten Thema freundlichen Schwung. Das gilt selbst für die versonnenen Melodien, für den Broadway-Revue-Song „How High The“ Moon“ von Morgan Lewis Wie für die Stücke von Percy Faith oder Thad Jones. Dieser sympathische, leise Jazz hat die Beiläufigkeit von Barmusik, die im Hintergrund spielt, der man dann aber doch zuhört, weil es spannend ist, dem improvisatorischen, pointierten Spiel zu folgen. Wenn nur George Mraz ein wenig sorgfältiger mit den Tönen umginge, wäre es eine hervorragende Veranstaltung geworden, (enja Records, Nymphenburger Straße 209, 8000 München 19, Nr. 4014) Manfred Sack

Kurzweilig

Stanley Weinen „Arche Noah“. Der Kuckuck reitet auf einem Flußpferd, die Pferde tänzeln nach Kastagnetten-Rhythmus, und für die frisch verheirateten Elefanten spielt, die Tuba einen reizenden Extra-Triller. Stanley Weiners hübsche musikalische Erzählung für Orchester und einen Sprecher hat Ironie, Leichtigkeit und Witz. Heinz Reinke als Erzähler hat nichts davon. Er dröhnt, poltert, rumort und chargiert. Auf der zweiten Seite dann anmutige kleine Piècen für Klavier: eine Vierfüßler-Etüde, Hommage an den Esel, Stück in Form eines Huhns, Grashüpfer, Floh-Hopser und Affenpossen. Der Hörer denkt an Saint-Saëns’ „Karneval“ und soll das auch. Die 24 miniaturhaften Klavierstücke sind amüsanter Ohrenschmaus und gleichzeitig Literatur für Klavierschüler, Auswahl unter 81 Klavierstücken, die im Musikverlag Hans Sikorski erschienen sind, (phonogram 6435 142) Ute Blaich