Die Bundesbürger halten zwar weiterhin den Weltrekord im Verreisen, aber sie treten kürzer. Erstmals seit 1976 mußte die Branche mit dem stetigen Wachstum Einbußen hinnehmen.

Die Zahl der Bundesbürger über 14 Jahre – die 1981 eine oder mehrere Urlaubsreisen über fünf Tage unternommen haben – sank von 27,1 Millionen (1980) um eine halbe Million auf 26,6 Millionen. Das geht aus der eben veröffentlichten Reiseanalyse des Starnberger Studienkreises für Tourismus hervor.

Wie die Urlaubsforscher mit Hilfe der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung aus über 6000 • Interviews ermittelten, verreisten 1981 55,9 Prozent, während 44,1 Prozent Ferien auf dem heimischen Balkon machten. 22,7 Millionen packten nur einmal den Koffer, drei Millionen machten zwei Urlaubsreisen, und 900 000 Bundesbürger waren gar dreimal oder öfter unterwegs. Das ergibt zusammen die immerhin noch recht stolze Summe von insgesamt 31,4 Millionen Reisen, gegenüber 32,8 Millionen im Vorjahr.

9,7 Millionen Urlauber blieben im Inland. Nahezu unverändert ist die Reihenfolge bundesdeutscher Reiseziele: Unangefochten führt Bayern mit 3,2 Millionen Urlaubern, gefolgt von Baden-Württemberg (1,3 Millionen) und Schleswig-Holstein (1,5 Millionen). Die Hoffnung, mehr Bundesbürger würden im eigenen Land Ferien machen, erfüllte sich nicht, eine halbe Million weniger als im Vorjahr entschied sich für Deutschland.

16,2 Millionen fuhren ins Ausland. Hier liegt Österreich mit 3,4 Millionen deutschen Urlaubern deutlich an der Spitze, gefolgt von Italien (2,8 Millionen) und Spanien (2,7 Millionen). Zum Millionen-Club gehört nur noch Frankreich, das von 1,5 Millionen Bundesbürgern besucht wurde. Dahinter rangieren dann Jugoslawien, Griechenland, die Schweiz, Dänemark, die Niederlande, Großbritannien/Irland und die skandinavischen Länder. Diese Werte sind unter den Ferienländern umstritten. Einige von ihnen haben aufgrund eigener Untersuchungen (mit anderen statistischen Methoden) stark abweichende Gästezahlen.

Der Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel bleibt das Auto: Mehr als die Hälfte aller Urlauber vertrauten den eigenen vier Rädern, 15,1 Prozent nahmen das Flugzeug, 16,1 Prozent die Bahn. Gestiegen ist der Anteil derer, die mit dem Bus reisen, und zwar von 7,8 Prozent 1980 auf 9,6 Prozent 1981.

Im laufenden Jahr werden nach Ansicht des Studienkreises weniger Deutsche verreisen. Auf die Frage, ob sie zu einer Reise auch 1982 positiv eingestellt seien, antworteten 45,8 Prozent der Bundesbürger mit „ja“. Im Jahr davor waren es noch 51,7 Prozent der Befragten gewesen. 25,4 Prozent haben sich noch nicht entschieden, ob sie verreisen, die Vergleichszahl im Vorjahr lag bei nur 13,9 Prozent. Negativ zu einer Reise eingestellt sind 29,2 Prozent, 1981 waren es 34,4 Prozent.

tdt/red