Ob Dschungel- oder Städtisches Gelbfieber – dieser tropische Virusinfekt hat bis heute wenig von seiner – oft tödlichen – Gefahr eingebüßt. Vorbeugend helfen kann hier nur die Impfung.

Deshalb verlangen auch 124 Länder nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation strikt von jedem einen Impfnachweis, der aus einem Gelbfiebergebiet kommt. Da aber andererseits nur wenige Staaten von Reisenden aus der Bundesrepublik einen Impfschutz fordern, empfiehlt es sich, die unterschiedlichen Impfvorschriften der einzelnen Länder genau zu beachten. Andernfalls droht der unfreiwillige Aufenthalt von sieben bis zehn Tagen in einer Quarantänestation.

Die Erreger des Gelbfiebers können dem Reisenden in den tropischen Urwaldgebieten Südamerikas und in Zentral-, Ost- und Westafrika zum Verhängnis werden. Es gibt zwei Formen der Erkrankung: Beide, das Städtische Gelbfieber und das Dschungel-Gelbfieber, werden von Mücken übertragen. Der einzige Unterschied besteht darin, daß in der Stadt der Mensch und im Urwald die Affen das Reservoir für die Viren ist. Vom Mückenstich bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen in der Regel drei bis zehn Tage. Zuweilen entsteht nur ein kurzes uncharakteristisches Fieber, doch der typische Verlauf beginnt plötzlich mit hohem Fieber, heftigen Kopf- und Gliederschmerzen. Nach einer kurzen Besserung tritt die Gelbsucht auf, die diesem Fieber den Namen gegeben hat: Die Patienten brechen Blut, klagen über heftige Schmerzen im Oberbauch. Bei schwerem Verlauf versagt dann meist zwischen dem sechsten und zehnten Tag der Kreislauf, die zerstörte Leber und die vergifteten Nieren hören auf zu arbeiten, und der Tod ist die Folge.

Die Impfung stellt die einzig wirksame Schutzmaßnahme dar. Das Impfserum ist ein Lebendimpfstoff, das heißt, es enthält abgeschwächte, lebende Erreger, die im Körper des Geimpften die Bildung von Abwehrstoffen anregen.

Es empfiehlt sich, mit der Gelbfieberimpfung mindestens vier Wochen vor der Abreise zu beginnen. Mit Ausnahme von einigen Ländern, die der Impfarzt kennt, wird für Kinder bis zu einem Jahr kein Impfzeugnis gefordert.

Die Verträglichkeit des Impfstoffes ist im allgemeinen gut, doch kann es gelegentlich am dritten bis achten Tag zu leichtem Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerzen oder grippeartigen Erscheinungen kommen. Die unangenehmste Nebenwirkung dürfte für viele jedoch eine ganz andere sein: acht Tage ohne Alkohol, so empfehlen die Ärzte.

Der Impfschutz beginnt etwa sieben Tage nach der Spritze. Im internationalen Reiseverkehr wird jedoch gefordert, daß zwischen Impfung und Einreise zehn Tage liegen, erst dann wird die Impfung gültig. Sie muß im international vorgeschriebenen gelben Impfpaß eingetragen werden und gilt zehn Jahre.