ZEIT: Die Rektorenkonferenz hat ein neues Modell für die Zulassung zum Medizinstudium vorgeschlagen. Zur Zeit ist die Abiturnote, ein Test, die Wartezeit und eine Vielzahl von kombinierten Möglichkeiten entscheidend für die Vergabe von Studienplätzen. Was wollen Sie anders machen?

George Turner: Wir wollen nicht nur das Verfahren vereinfachen, sondern wir wollen es auch sachgerechter machen, um die für den Beruf geeigneten Bewerber zu finden.

Abituriente, die einen Notendurchschnitt von 1,0 haben, mögen zwar gute Wissenschaftler sein, aber, nicht „unbedingt. Ärzte werden. Denken Sie in dieser Richtung?

In dieser Richtung denken wir auch. Wir meinen, daß abgesehen von der Unübersichtlichkeit des jetzigen Verfahrens, die Abiturnote eine zu große Bedeutung hat. Es gibt keine Möglichkeit für den motivierten jungen Menschen, der gern Arzt werden will – und der vielleicht auch ein guter Arzt werden könnte – Medizin zu studieren, falls er kein hervorragendes Abitur hat.

Ganz konkret: Was wollen Sie ändern?

Wir wollen für Härtefälle und für die sogenannten Vorabquoten 25 Prozent der Studienplätze reservieren. Der gesamte Rest – also 75 Prozent aller Studienplätze – soll dann nach einem gleichen Muster vergeben werden: Das Abitur zählt 50 Prozent, und das Ergebnis eines Testes, der erst nach einem halbjährigen Praktikum – und das ist eigentlich das entscheidende – absolviert werden kann, zählt ebenfalls 50 Prozent.

Weshalb wollen Sie ein Praktikum vor dem Medizinstudium einführen?