Ich war angemeldet, und nun ging er mir mit kleinen tippelnden Schritten voran. Ein dunkelbärtiger Mann im Trainingsanzug kam uns entgegen, grüßte höflich und verschwand hinter einer gepolsterten Tür.

"Ja, Sie sehen richtig", sagte er und lächelte mir zu, "das war Paul Breitner, er ist natürlich auch hier, wir werden ihn später noch in Aktion sehen."

Unsere Schritte klangen hohl, als wir den langen Gang hinuntergingen. Das Gebäude wirkte leer; aber von irgendwoher kam Schreibmaschinengeklapper.

"Die Idee war die", sagte er, und nun war er ganz ernst, "einmal jenen Teil der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft zu trainieren, der abseits des Rasens stattfindet und der sowohl für die Spieler als auch für die Presse von mindestens der gleichen Bedeutung ist wie die Spiele selber. Wir simulieren hier also eine Situation, wie sie sich für die deutsche Nationalmannschaft nach dem erwarteten Gruppensieg in der Vorrunde in ihrem spanischen Hotelquartier ergeben könnte."

Er lächelte wieder, diesmal allerdings mit einem leichten Anflug von Hochmut, und er kam mir plötzlich wesentlich größer vor als bei unserer Begrüßung.

"Die Idee ist, wie Sie zugeben werden, einmalig. DFB-Präsident Neuberger hatte sie. Er ging davon aus, daß die meisten Nationalspieler während der Weltmeisterschaft nebenher noch einen Vertrag als Zeitungskommentatoren zu erfüllen haben und daß die Belastung für sie damit erheblich wächst. Auch darauf muß man sich ja schließlich intensiv vorbereiten."

Wir kamen an eine der gepolsterten Türen. Er öffnete sie mit einem bedeutungsvollen Blick nach rückwärts. Ein rosiger Mann, im Mittelpunkt des Raums, war umzingelt von geschäftigen Leuten. – "Kalle Rummenigge", flüsterte er fast ehrfurchtsvoll, "der da links, das ist sein Verleger, die anderen sind Journalisten einer großen Boulevardzeitung, für die er regelmäßig seine Kommentare zu liefern hat. Man spricht von einer Vertragssumme von etwa 800 000 Mark."