• Einen Tag, nachdem Großbritannien den Preis für Nordseeöl um vier Dollar gesenkt hat, haben Sie eine Preiserhöhung für Benzin um zwei Pfennig je Liter angekündigt. Die Verbraucher und einige Konkurrenten wundern sich. Halten Sie den Zeitpunkt für besonders glücklich?

Schram: Einen glücklichen Zeitpunkt für Preiserhöhungen, die viele Verbraucher betreffen, gibt es nicht. Die Entscheidung zur Erhöhung unserer Benzinpreise wurde ausgelöst durch den drastischen Anstieg der Verluste im Mineralölgeschäft, der auf dem starken Bedarfsrückgang und dem Verfall der Erlöse beruht. Es ist unausweichlich, daß wir dagegen etwas unternehmen.

  • Frühere Preiserhöhungen wurden mit steigenden Rohölpreisen und dem steigenden Dollarkurs begründet. Jetzt sinken die Rohölpreise auf breiter Front, und der Dollar ist fast zwanzig Pfennig billiger als im vergangenen Jahr. Stimmen die Argumente von früher nicht mehr?

Schram: Der Dollarpreis für das Rohöl und der Dollarkurs bestimmen nach wie vor die Höhe unserer Rohölbeschaffungskosten. Von Rohölpreisermäßigungen spüren wir derzeit noch nicht viel. Die von Großbritannien und einigen anderen Ölförderländern vorgenommenen Preisermäßigungen wirken sich auf die Rohölbeschaffungskosten der Deutschen Texaco vergleichsweise wenig aus, weil wir unser Rohöl vorwiegend im Rahmen langfristiger Verträge beziehen. Das Rohöl Arabian light kostet nach wie vor 34 Dollar pro Barrel.

  • Welche Auswirkungen haben denn die sinkenden Ölpreise für Ihre Kalkulation?

Schram: Die Benzinpreise sind in den Keller gerutscht wegen eines außerordentlich harten Wettbewerbs. Damit sind die angekündigten oder erwarteten Rohölpreisenkungen zum Teil vorweggenommen worden. Bei der Beurteilung der gegenwärtigen Marktlage wird gern übersehen, daß die Rohölpreise sich in den letzten sechs Monaten durch Preisermäßigung und niedrigere Dollarnotierung nur um rund drei Pfennig pro Liter, die Benzinpreise aber um 25 Pfennig pro Liter ermäßigt haben.

Dieser Abstand mag sich verringern, wenn die verkündeten Senkungen bei den offiziellen Rohölpreisen in der Bundesrepublik durchschlagen. Aber selbst ein allgemeiner Preisrückgang um vier Dollar pro Barrel würde die daraus erzeugten Mineralölprodukte nur um sechs Pfennig pro Liter verbilligen.