„WARUM“ – Frage-Geschichten aus der ZEIT mit Zeichnungen von Hans-Georg Rauch, von Fritz J. Raddatz. Über ein Jahr lang erschienen Woche für Woche diese „Warum“-Geschichten: sie gehörten zu den meistgelesenen Glossen der ZEIT. Das Leserecho gab keine Zwischentöne zwischen „Kreuziget ihn“ und „Heiliget ihn“: „Eine der amüsantesten Rubriken der ZEIT“, schrieb Hans Magnus Enzensberger; einen kleinen Widerlegungsessay schickte der Professor Eibl-Eibesfeldt; ein Pastor hielt zwei Predigten an Hand einiger „Warum“-Glossen. In den hier vollständig vorgelegten Frage-Geschichten ist eine ganz eigene Form des Feuilletons entwickelt, ein Wort- und Fragespiel erfunden, das – wie jedes echte Spiel – vor einigem Ernst ablief. Die simple Verwunderung „Warum“ setzte dem Frager gleichsam neue Augen ein: Vieles aus unserer täglichen Welt, das man als selbstverständlich hinzunehmen sich angewöhnt hat, sah anders, unverständlich, bedauernswert oder lächerlich aus. Die Kinderfrage „Warum“ wurde zum Schlüssel für allerlei kleine Rätseltüren, für Närrisches, Groteskes und ein klein wenig Traurigkeit. Die Zeichnungen von Hans-Georg Rauch sind nicht zu verstehen als bloße Illustration, sondern sie erzählen mit ihren, also mit graphischen Mitteln, die jeweilige Geschichte weiter. (Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1982; 136 S., Abb., 22,–DM.)

„Das waren die 80er Jahre“, herausgegeben von Anna von Münchhausen, Josef Joffe und Michael Naumann. Zukunftsplanung setzt Wissen voraus. Die schönsten Hoffnungen und Wünsche erfüllen sich nicht ohne Grundbestand an soliden futurologischen Kenntnissen. Nach dem Prinzip des zeitgenössischen Journalismus – „die bürgerliche Presse kann die Ereignisse nicht abwarten“ – haben 30 Redakteure (die meisten aus der ZEIT), Schriftsteller und Cartoonisten einen Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse des nächsten Jahrzehnts versucht. Der Abfall Bayerns vom Bund, Carstens am Ende seines Fußmarsches, die Geiselfarm in der arabischen Wüste, das schmähliche Ende des Breschnjew-Nachfolgers Chuliganow, der Untergang der nachgebauten Titanic II, der Verkauf Englands an die Walt Disney-Aktiengesellschaft, die Rückkehr der Deutschen zu Zucht und Schul-Ordnung, die Abschaffung der Schriftstellerei durch die IG Wort, die Baby-Olympiade von Liechtenstein und der größte Geldraub der Computer-Buchhaltungsgeschichte – glaubwürdig, unterhaltsam und unaufhaltsam korrekt ist diese Zusammenstellung zukünftiger Sensationen, (rororo 4887, Rowohlt, Reinbek, 1982; 199 S., DM 6,80.)

„Partytouren – Über die Freuden und Leiden von Gastgebern und Gästen“, von Wolfgang Ebert. Der Verfasser, ein altgedienter Partyveteran, kann auf unzählige Partys zurückblicken, die er oft mehr durchlitten als durchlebt hat. Er kennt das Metier von beiden Seiten – und fühlt sich schon darum als Experte –, weil er alljährlich selber eine Superparty veranstaltet, die ihm, daran glaubt er felsenfest, zu einem gewissen Nachruhm verhelfen sollte. Das Buch ist jenen Party-Neulingen zugedacht, die sich ihre gesellschaftlichen Sporen erst noch verdienen müssen, sollte aber mit Lustgewinnn auch von Party-Routiniers gelesen werden. Wer sich auf das strapaziöse und riskante Abenteuer einläßt, eine eigene Party zu geben, bekommt in diesem Buch Tips, wen man unbedingt dazu einladen sollte (gastspielende Virtuosen und Dichter auf Lesertournee) und wen nicht (frisch geschiedene Ehepaare). Auch von den unvermeidbaren Schäden, mit denen jeder Gastgeber rechnen muß, ist die Rede. Wer es aber wagt, sich als Gast ins Party-Gewühl zu stürzen, erfährt hier aus erster Hand, was ihn dort erwartet und vor allem: was nicht (selten ein abschließender wachrüttelnder Kaffee und so gut wie nie Süßes). Oft hilft nur die Party-Flucht. Der Leser erfährt, wie man es anstellt, eine Horror-Party vorzeitig so zu verlassen, daß die Gastgeber nicht tödlich beleidigt sind. Und wie man es schafft, dort nie wieder eingeladen zu werden. Aber diesen Geheim-Tip bekommt nur der Leser dieses Buches! (Moewig Verlag, München, 1981; 191 S., 5, 80 DM.)