Sauberer Bahnhof

Die wiederholten Vorstöße – besonders aus der sozialdemokratischen Bundestagsfraktion – gegen Kriegsspielzeug und neuerdings gegen die sogenannten „Killer-Automaten“ haben zu einem ersten Erfolg geführt. Auf Betreiben von Verkehrsminister Hauff haben die Bundesbahndirektionen den Automatenaufstellern auferlegt, von sofort an keine Videogeräte mit Kriegsspielen hofshallen und Bahnhofsgaststätten mehr zu installieren. Zugelassen sind jetzt nur noch „aggressionsarme Geschicklichkeitsspiele. An der Gesamtzahl der einschlägigen Geräte gemessen, betrifft die Auflage zwar nur einen kleinen Teil, aber ein Anfang ist gemacht.

Von der Vergangenheit eingeholt

Einen neuen Anfang wollte Jeremy Thorpe nehmen. Der ehemalige Chef der Liberalen Partei bewarb sich als Leiter der britischen Sektion von amnesty international. Die Qualifikationen brachte er mit: Er ist Anwalt; er hat zwanzig Jahre lang Unrechtsregime – vor allem das südafrikanische – bekämpft; und er weiß, was es bedeutet, unter falschem Verdacht zu stehen: 1979 war Thorpe zur persona non grata geworden, weil er angeblich in eine Mordaffäre um einen Homosexuellen verwickelt war. Er wurde damals vom Gericht freigesprochen – aber die Vergangenheit genierte amnesty international dennoch. Kurz bevor er antreten sollte, verzichtete Thorpe deshalb auf seinen neuen Job – kein Ruhmesblatt für die britischen Gefangenenbetreuer.

Alte Kämpfer frei

Chinas Politik der freundlichen Gesten gegenüber Taiwan hat jüngst eine Fortsetzung gefunden: Zhao Cangbi, Minister für öffentliche Sicherheit, kündigte an, daß schon bald Chiang Kai-sheks letzte Gefolgsleute freigelassen werden; auf Wunsch erhielten sie sogar die Überfahrt nach Taiwan bezahlt. 4000 Soldaten und Funktionäre der alten nationalistischen Regierung, der Kuomintang, sind es noch. Allerdings ist fraglich, ob Chiang Kai-sheks Erben sie überhaupt haben möchten. Die Regierung in Taipeh hat sich bislang geweigert, entlassene Kuomintang-Häftlinge einreisen zu lassen; sie argwöhnt, daß sich die alten Kämpfer längst in kommunistische Agenten verwandelt haben.

Der beste Job im Lande