Man sagt oder schreibt uns: „Ab morgen gelten neue Bestimmungen.“ Wir werden ermahnt: „Ab sofort haben Sie das zu unterlassen.“ Wir werden erinnert: „Ab jetzt wollten Sie weniger rauchen.“ Wir werden darauf hingewiesen: „Ab 15 Uhr geschlossen.“ Und schließlich heißt es wohl: „Ab 1. April wird nicht mehr geheizt.“ Wie spricht man das eigentlich? „Ab erster April“, „ab erstem April“ oder „ab ersten April“?

Ich glaube, man sollte es weder so noch anders sprechen, und man sollte „ab 1. April“ auch nicht schreiben. jedesmal, wenn ich dieses „Ab“ höre, kriege ich so ein Jockey-Gefühl: Ab „ab“ gehts ab!

In der Tat ist „ab“ ein wichtiges Wort bei Pferderennen. Aber auf dem Turf geht es doch allenfalls um drei Uhr ab. Nicht „ab drei Uhr“ werden die Rennen gestartet, sondern „von drei Uhr an“. Und so sollte es bei Zeitangaben immer heißen, wenn Wert darauf gelegt wird, die genannte Zeit mit einzuschließen, wenn also ein schlichtes „nach drei Uhr“ nicht genügt.

Das „ab 15.43“ ist Fahrplan-Deutsch. Aber die Bundesbahn ist daran ganz unschuldig, Der Zug fährt ja nicht „ab 15.43“ und danach etwa jede Stunde, sondern er fährt, wie links am Rande zu lesen steht, „ab Frankfurt“ um 15.43 Uhr,

Da der löblichen Absicht, sich kurz zu fassen, nichts in den Weg gelegt werden soll, möchte ich dieses „Ab“ vor Ortsangaben im Telegrammstil gelten lassen. Wenn Sie es von jetzt an oder in Zukunft so halten wollten mit dem „Ab“, wird auch ein geschärftes Sprachbewußtsein nichts gegen „ab Frankfurt“ einzuwenden haben. Jedoch: Nichts geht mehr „ab jetzt“! Leo