Die Verschwendung in der öffentlichen Verwaltung beginnt bereits bei der Ausbildung

Von Hans-Lothar Fischer

Um Verwaltungskosten einzusparen, werden ab sofort in der Kreisverwaltung Unna weder neue Locher, Hefter, Lineale noch Scheren ausgegeben. Mehrere Mitarbeiter sollen, so der Personaldezernent, je eins der Utensilien gemeinsam benutzen. Bei der Stadt Düsseldorf soll aus Sparsamkeit nur noch jede zweite Neonleuchte in Büroräumen eingeschaltet werden. Die Liste solch rührender Sparvorschläge aus der öffentlichen Verwaltung ließe sich beliebig verlängern.

Noch länger freilich würde ein Katalog der Verschwendung im öffentlichen Dienst. Und auch die vergeudeten Summen wären erheblich höher als die eingesparten. Ein Ökonom, der die Verwaltung von innen kennt, braucht da gar nicht lange zu suchen. Er würde selbst in jenen Instanzen der Bürokratie fündig, deren Aufgabe es eigentlich wäre, ein Vorbild an Vernunft und Effizienz in der Verwaltung zu sein.

Seit 1976 gibt es zum Beispiel die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Nordrhein-Westfalen. Sie bildet den Nachwuchs aus; die Studenten dieser Hochschule begegnen uns später mit Bezeichnungen wie Inspektor oder Oberamtsrat. Ursprünglich wollte das Land NRW seinen Nachwuchs an allgemeinen staatlichen Fachhochschulen ausbilden – dort also, wo auch Bauingenieure, Sozialarbeiter und Betriebswirte lernen. Dann setzte sich aber die Meinung durch, gerade bei dieser Ausbildung komme es auf enge Verbindung mit der Verwaltungspraxis an; dafür seien die externen Fachhochschulen nicht geeignet. Also entschied man sich für die sogenannte „Interne Ausbildung“ an einer eigenen Fachhochschule.

Mit diesem Entschluß wurden jährlich mindestens zehn Millionen Mark zum Fenster hinausgeworfen.

Für die Fachhochschule wurden elf Abteilungsstandorte, verteilt über das ganze Land, vorgesehen. Es gibt Standorte mit zweihundert Studenten und solche mit mehr als achthundert Studenten. An jeder Abteilung gibt es eine komplett eingerichtete Verwaltung mit einem Abteilungsleiter, besoldet nach A 15/A 16 – das sind 5500 bis 6000 Mark brutto im Monat. Zum Vergleich: der Verwaltungschef einer allgemeinen Fachhochschule mit über fünftausend Studenten wird in NRW nach A 16 besoldet.